Mein Mitschueler aus dem Neandertal

– je seltener ein Mensch, je wertvoller ist er

Neulich sah ich in der Tagespresse die Abbildung einer sehr schoenen Rekonstruktion einer moeglichen Neandertalerin. Sie hatte rotes Haar und weisse Haut mit Sommersprossen und wirkte Nordeuropaeern durch ihren hellhaeutigen Typ in gewisser Weise noch verwandter als andere Darstellungen von Neandertalern. Wie so oft bei solchen Darstellungen war sie aber von oben bis unten mit Dreck beschmiert und mit verklebtem, verlaustem Haar dargestellt [1]. Ich fragte mich: Warum werden fruehere Menschen oft so praesentiert, als haetten sie sich nie ihr Haar gekaemmt und ihr Gesicht gewaschen? Warum spricht man ihnen oft ihre Selbstreflexion, ihr Schoenheitsempfinden, ja, ihre Menschlichkeit ab?

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Szene aus dem Film Ao – der letzte Neandertaler, Quelle [2]

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Ein Ruf nach Wahrheitsliebe

Eine alte Freundin postete auf Facebook, das sie ein Lied, das einen bezeichnenden Titel hat, den es spaeter zu raten gilt, ganz nett faende und sich fragte, ob die Lippen der Saengerin echt seien, und auch ihr Haar, und an wen sie die Stimme der Saengerin eigentlich erinnern wuerde. Ich haette mich fast dazu hinreissen lassen, ihr einen langen Text darunter zu posten. Aber das waere unangebracht gewesen, weil meine Ideen, zu denen Ihre Fragen mich inspirierten, nicht die Antworten waren, die sie hoeren wollte. Also, meine Antwort waere einleitend erst einmal gewesen: so echt wie alles.
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