Der Fährmann

Die Gruppe von Lichtgestalten näherte sich mir und mir wurde eiskalt. Ich stand in einem Tal, inmitten einer Landschaft aus pechschwarzen Felsen, abgerundet wie in einem ehemaligen Wildwasser-Flussbett. Sie hangelten sich entlang der runden Felsen empor zu mir. Ich wich zurück. Ich sah ihre Gesichter: kantige Gesichter, runde Gesichter, Hakennasen, römische Gesichter. Sie erreichten mich. Ich fürchtete mich.

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„Fürchte dich nicht, Fährmann. Zeige uns den Weg durch den ausgetrockneten Styx“, sagten sie.

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Warum muss mein Opa Computerexperte werden?

– eine Warnung an alle Smartphone User

Neulich rief mich mein Grossvater an, weil sein Computer mal wieder ‚kaputt‘ war. Sein Rechner sage immer, sagte er, er solle sich einen ‚Mikrohart Account‘ besorgen und dann ginge nichts mehr und er muesse ihn ausschalten. Mein Grossvater ist wirklich kein ‚User‘. Er benutzt den Computer ausschliesslich, um seine Emails lesen zu koennen. Vielleicht geht er noch hier und da auf die Webseite der ‚Bundesbahn‘ oder der Post. Das ist alles. Auf jeden Fall war er voellig verzweifelt und glaubte mal wieder, er haette seinen teuren Computer unabsichtlich zerstoert.

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Bild: Wikipedia

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Die Lebensgeschichte des Friedrich Schilling aus der DDR

Die folgende utopische Kurzgeschichte habe ich waehrend meines Studiums Anfang des Jahres 1996 aufgeschrieben und habe sie heute zuefaellig beim Herumstoebern in uralten Dateien wiederentdeckt, die noch von meinem ersten PC stammten. Beim Durchlesen fiel mir auf, dass ich damals schon in dieser sehr kompakten Lebensgeschichte eines 1957 geborenen DDR-Buergers aus Berlin, der durch eine Verkettung von Zufaellen ueber die Jahrtausende bis an die mythischen Anfaenge der Geschichte der Menschheit geraet, die meisten Themen, die mich auch heute noch beschaeftigen, bearbeitete. Ich habe die Geschichte daher noch einmal mit grossem Vergnuegen gelesen und mit vielen Anmerkungen versehen.

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Der neue Lebensmittelschwarzmarkt von Berlin

Gestern traf ich in der Kneipe am Tresen einen Fremden. Wir kamen ins Gespraech und er erzaehlte mir folgendes:

„Wenn ich heute in den Supermarkt einkaufen gehen, empfinde ich die Qualitaet der Lebensmittel, die ich dort bekomme als beleidigend. Ich habe den Verdacht, das man mich mit wiederaufbereiteten Abfaellen abspeist, waehrend man die wirklichen Lebensmittel in irgendwelchen hochpreisigen Geschaeften, die ich mir nicht leisten kann, anbietet. Die Ware, die ich im Supermarkt bekomme, schmeckt nach gar nichts und haelt sich nur kurze Zeit im Kuehlschrank, bis sie zu einer fauligen Masse zerfaellt. Das koenen keine echten Lebensmittel mehr sein. Ich kenne echte Lebensmittel noch aus meiner Kindheit.

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