Wir Wanderer

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Egal, wie wir es drehen und wenden, wir kommen immer wieder zu jener ernüchternden Einsicht: wir Menschen finden keinen Konsens, an Ort und Stelle zu verweilen, uns die Güter gerecht zu teilen, uns wohlwollend und nachsichtig zu tolerieren und akzeptieren.

Immer wieder folgt Krieg auf Krieg und unser Blut fliest in Strömen, düngt den Boden, färbt die Flüsse rot und versinkt in den Meeren.

Nur, wenn wir weiterziehen, herrscht manchmal Frieden, für kurze Zeit. Aber, immer nur, bis die nächsten nachkommen und auch ihren Anteil verlangen.

Nur, wenn wir zu den unendlichen Sternen reisen, und die Knappheit an Platz und Gütern restlos überwinden, ist unser Bruderzwist für immer beigelegt.

Wir sind nicht dafür geschaffen, an Ort und Stelle zu verweilen. Wir sind nicht einmal fähig, zu lange zu pausieren. Nichts auf der Welt bringt uns ab, von unserer ewigen Wanderschaft..

Der Fährmann

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Die Gruppe von Lichtgestalten näherte sich mir und mir wurde eiskalt. Ich stand in einem Tal, inmitten einer Landschaft aus pechschwarzen Felsen, abgerundet wie in einem ehemaligen Wildwasser-Flussbett. Sie hangelten sich entlang der runden Felsen empor zu mir. Ich wich zurück. Ich sah ihre Gesichter: kantige Gesichter, runde Gesichter, Hakennasen, römische Gesichter. Sie erreichten mich. Ich fürchtete mich.

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„Fürchte dich nicht, Fährmann. Zeige uns den Weg durch den ausgetrockneten Styx“, sagten sie.

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Unsterblichkeit durch autogene Zucht

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Eine Philosophie über die autogene Evolution intelligenten Lebens begründet auf einer Erweiterung der planetaren Ökologie


Vorwort

Die Natur hat von Anbeginn Mittel und Wege vorgesehen, das wir Menschen uns ohne jede Technik zu unsterblichen Wesen transformieren können, wann immer wir dies wollen. Warum? – Weil sie menschliche Wesen aus ganz bestimmten Gründen dringend braucht und wir ihr dann, wenn es soweit ist, als kosmische Bauersleute und Methusalems von Nutzen sein werden. Es gibt einen langsamen, natürlichen Weg zur Unsterblichkeit, der in seiner Umsetzung erst einmal abstoßend erscheint. Viel verlockender und vor allem ‚klinisch sauberer‘ erscheinen die schnellen, medizinisch-technischen Wege, die heute diskutiert werden, und die allesamt Abkürzungen zum selben Ziel zu sein scheinen: Unsterblichkeit. Sie enden, wie der Autor zeigt, allesamt in der ethischen Katastrophe. Der augenscheinlich ethisch problematische, schmutzige aber natürliche Weg entpuppt sich im Laufe des Textes als der alleinig ethisch vertretbare und einzig gangbare Weg.

Lukas Cranach Der Jungbrunnen

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Deus ex Machina?

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– kann es sein, dass wir einen Parasiten freigesetzt haben, vor dem uns die alten Schriften eindringlich gewarnt haben 😉

Der Pilz Ophiocordyceps unilateralis, ist ein Parasit der die Gehirne von Ameisen manipuliert. Er nistet sich im Kopf des Tieres ein und manipuliert sein Verhalten ueber chemische Botenstoff, so dass es ihn an einen fuer seine weitere Verbreitung durch Sporen optimalen Platz bringt und dann stirbt (siehe Bild). Dieser Pilz manipuliert Ameisen anscheinend bereits seit mindestens 48 Millionen Jahren, wie man anhand von Versteinerungen mit typischen befallenen Ameisen festgestellt hat. Der Gedanke, ob es einen solchen Pilz bei Menschen auch gibt, ist natuerlich sehr reizvoll. Aber es muss ja nicht unbedingt ein Champignon sein, der uns aus dem Kopf waechst und offensichtlich chemische Botenstoffe ueber sein Myzel in den Hypothalamus oder sonst wohin troepfelt.
Bild: David Hughes

Ein Pilz der Gattung Ophiocordyceps hat das Gehirn einer Ammeise befallen, Bild: David Hughes, Penn State University

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Der siebente Zweifel

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– eine kleine theologische Betrachtung

Vor 37 Jahren kannte ich mal einen zwoelfjaehrigen Jungen, dessen Vater gerade tragisch ums Leben gekommen war. Ich war selbst noch ein Kind aber ich kannte die Familie gut und wusste, dass der Junge seinen Vater ueber alles geliebt hatte. Als ich ihm kurz nach dem Tod seines Vaters einmal auf unserem Spielplatz traf, fragte ich ihn, ob er sehr traurig sei. Er antwortete nein, er sei nicht traurig, er sei voller Hass. Ich fragte ihn, wen er hasse. Und er antwortete „Gott. Eines Tages werde ich Gott toeten. Wer so ungerecht ist und einen kleinen Jungen und seine Familie so sinnlos leiden laesst, der hat den Tod schon lange verdient.“ Ich war ueberrascht, denn ich kannte den Jungen eigentlich als einen sehr lieben und freundlichen Spielkammeraden, der dem Streit lieber aus dem Weg ging, oder eher versuchte ihn zu schlichten. Ich hatte ihn noch nie ueber Bestrafung oder Todesstrafe reden hoeren. Und dann gleich die Todesstrafe fuer niemand geringeren als Gott und auch noch in Selbstjustiz zu fordern, ueberforderte wiederum meinen kindlichen Horizont und ich ging ihm spaeter lieber aus dem Weg.

Die heilige Inquistion foltert einen Ketzer

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Unsterblichkeit und die Auferstehung der Toten

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– Wege und Methoden aus Sicht der Oekologie

Die ersten Lebewesen, die auf der Erde entstanden, alterten nicht. Und auch heute gibt es noch viele Lebewesen auf der Erde, die keinem Alterungsprozess unterliegen. Erst vor kurzem hat man bei Oelbohrungen eine uralte Bakterienkultur entdeckt, deren Individuen zum Teil schon seit 64 Millionen Jahren lebten. Ihr Alter wurde mit physikalischen Methoden mit hoher Praezision bestimmt. Es gibt niedere Tiere im Ozean die werden ueber 10.000 Jahre alt. Es gibt Nadelbaeume im Hochgebirge, deren Alter man auf ueber 9500 Jahre bestimmt hat. Baeume gehoeren neben den Wirbeltieren zu den komplexesten Lebensformen auf dem Planeten. Bei den Wirbeltieren kennt man den Groenlandwal, der eine durchschnittliche Lebenserwartung von weit ueber 200 Jahren hat. Frueher hat man nicht geglaubt, dass Leben so alt werden kann. Nachdem man die ersten uralten lebenden Organismen entdeckte, hat man angenommen, dass es vielleicht mit der Komplexitaet oder Groesse des Organismus zusammenhinge, wie alt dieser werden koennte – diese Meinung hat sich als falsch herausgestellt. Heute spricht man vom programmierten Altern und weiss das die innere Lebensuhr der Zellen von Art zu Art ein Optimum aus Fortpflanzungs- und Ueberlebens- und Anpassungsfaehigkeit darstellt, unabhaengig von Groesse und Komplexitaet der Art. Aus der Population jeder Art kann man mit viel Geduld quasiunsterbliche Wesen zuechten.

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The Shark and the Caveman

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Building Micro Black Holes utilising the Ulam Ablation Pressure Principle

In this article I will present one of those unimaginable applications of pure fusion detonations that may occur in the near future. Only a few decades from now on, after the solar system is becoming settled and the first interstellar arks are on their way to extrasolar earthlike planets, mankind may begin to start looking for new challenging goals. They may start experimenting with ultradense objects that are able to distort space and time. They may build an artificial black hole to use it as the ultimate power plant. I will show You now a first design for a machine that really creates an artificial black hole. I’ve calculated it, to be sure that it would work. I’m 95% sure but I’m only an engineer and a bad physicist, and want to put it up for discussion with presenting it here. Readers who know my texts know I like experimenting with interesting ideas. So don’t be too exited and afterwards sad if someone proofs that it will not work. There migth be still errors. I call the machine The Shark.

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The ultimate machine invented for creating black holes with Ulams ablation principle. In the middle is an asteroid iron globe. Cascades of fusion detonators are fired synchronized from all directions on the celestial object to form a hot plasma sphere surrounding the globe. The surface of the globe vapourizes fiercely for a fraction of a second and pushes the massive, object inwards. Just during the explosions attenuate the next salvo is exploded, one after the other. Staggered rows – just like the teeth of a shark – of detonators increase the plasma density sufficiently damped for not blasting the iron globe by dissipation heat of the shock wave and compress it until the core exceeds all limits. The object implodes and a big fraction of the inner material is compressed into a black hole, Fig: Author

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Eine kurze Bilanz unserer Epoche

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Ein philosophisches Gedankenspiel

Ich moechte einmal versuchen, die Epoche in der wir leben, global zu bilanzieren. In einem kurzen Text ist dies sehr schwer, jedoch sollte eine bewusste Reduktion auf das Wesentliche moeglich sein, wenn man sich die haeufigsten Schlagworte in den Medien vornimmt. In den Medien ist haeufig die Rede von verschiedenen globalen Problemen, die unsere Zivilisation bedrohen. Ja, vielleicht wird unsere geschichtliche Epoche am deutlichsten durch ihre Probleme gepraegt. Vielleicht waere es am sinnvollsten, diese Probleme als eine Erklaerung unserer Epoche zu nutzen. Warum sollte man dies nicht versuchen? Die Probleme sind in aller Munde und Gegenstand von Politik, Tagespresse bis hin zu langen wissenschaftlichen Abhandlungen. Umfangreiche Forschungsprojekte dienen teilweise ausschliesslich der Loesung dieser Weltprobleme. Es wurden sogar neue Technologien entwickelt, um die Weltprobleme loesen zu helfen. Ganz neue Studiengaenge wurden geschaffen, um spezialisierte Problemloeser fuer einige der Menschheitsprobleme heranzuziehen.

Der erdaehnliche Planet Kepler 22 b in einer kuenstlerischen Darstellung, Quelle: NASA AMES JPL Caltech

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Die Entscheidung des alten Erfinders

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Oft frage ich mich, wie es passieren konnte, dass die grossen Errungenschaften der Antike wie die praezisen mechanischen Rechenmaschinen [1], einfache Dampfmaschinen [2], galvanische elektrische Batterien [3], Bibliotheken mit Bestaenden von hunderttausenden Werken, darunter grosse Werke der Philosophie, Mathematik, Medizin, Astronomie und der Ingenieurswissenschaften [4], also alles, was unmittelbar zur Industrialisierung haette fuehren koennen, fuer fast 2000 Jahre einfach verschwand und dann wieder neu erschaffen werden musste? Diese Frage beschaeftigt mich seit langem.

Jesus als Guter Hirte, frühchristliche Deckenmalerei in der Calixtus-Katakombe in Rom, um 250

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