Von Masken und Freiheiten

Coronavirus - Tschechien
Bildquelle unbekannt

War eben bei meinem Lieblingscafé (nicht in, nur bei), um mir einen Cappuccino und einen Schoko-Croissant zu holen. Dort unterhielt ich mich mit dem Besitzer. Er verkauft seit einer Woche im Eingangsbereich Getränke und kleine Speisen zum Mitnehmen.

Ab kommenden Freitag darf er wieder öffnen. Er hat mir die Verordnung vom Ordnungsamt gezeigt und erklärt: Er kann von seinen 5 Tischen nur drei besetzen und jeweils auch nur einzeln besetzen, oder die Leute geben an, dass sie zu einem Hausstand gehören. Nur dann dürfen sie zusammensitzen. Wenn man in das Lokal kommt, muss man bis zum Tisch eine Maske tragen. Am Tisch darf man sie abnehmen. Geht man zur Toilette, muss man während des Toilettenganges eine Maske tragen. Ich albere rum, dass man dann seinen P… nicht sieht und immer daneben macht. Alle lachen. Außerdem muss jeder Kunde seine Anschrift hinterlassen und er muss die Kontaktdaten einen Monat aufbewahren. Die Richtigkeit der Adresse wird nicht kontrolliert. Die Polizei patrouilliert schon jetzt und wir müssen immer – auch wegen der Denunzianten – über die Schultern sehen oder schnell den Schal hochziehen oder beiseite treten oder hinaus gehen, um ihm nicht versehentlich eine Geldstrafe aufzubürden.

Der Cafe-Besitzer erzählt mir, noch ein paar Wochen und er ist ruiniert. Die neue Praxis der Öffnung wird bei ihm auch nicht funktionieren, da seine Kunden meist in Schüben kommen, und wenn er sie nicht bündeln kann, dann muss er sie weg schicken und das Geschäft entgeht ihm. Es ist für ihn kein sinnvolle Lösung. Vermute, das geht anderen Lokalbesitzern ebenso.

Dann kommt Franz, ein altbekanntes Gesicht. Ich freue mich, ihn zu sehen. Er sagt, er weigert sich von nun an, einen Mundnasenschutz zu tragen, auch keinen Schal. Und wenn die Bullen kommen, dann kriegen sie eine aufs Maul, sagt er. Die Maske überall zu sehen deprimiert ihn. Außerdem fühlt er sich erniedrigt und vergewaltigt (eigentlich sagt er „in den A… gef…). Es verstößt gegen §1 des Grundgesetzes, sagt er. Er wird noch verrückt. Lieber sterben. Es ist ein Symbol der totalen Unterwerfung, sagt er.
Und der Angst, füge ich hinzu. Ich sage, wenn Du lieber wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt in den Bau gehen willst oder sogar lieber sterben als dich zu unterwerfen, ist das Dein Ding. Nur, angenommen, die Mediziner um Merkel wären nicht korrupt und hätten Recht, und Du würdest damit vielleicht jemanden anstecken?
Das bedeutet noch lange nicht, dass der dann daran erkrankt oder stirbt, ruft Franz wütend. Hast Du jetzt etwa auch schon Angst vor meinem ach so tödlichen und ultra-ansteckendem Bakterien-Biom?
Nee, sag ich, aber angenommen Du würdest mit Deinem Maskenboykott jemanden anstecken und der stirbt dann?
Das Risiko nehme ich in kauf, sagt Franz. Immer, wenn ich Auto fahre, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich jemanden versehentlich kille, wesentlich größer, sagt er und sieht mich an wie ein zu allem bereiter, wütender Mann.

Er bezahlt, verabschiedet sich und geht. Ich denke, Franz hat recht. Wenn ich Masken trage, dann muss ich auch meine Führerschein abgeben, denn der ist für meine Mitmenschen in der Tat wesentlich gefährlicher, als wenn ich keine Maske trage. Wie schnell übersieht man mal einen Fahrradfahrer oder Fußgänger. Konsequent zu Ende gedacht, muss ich auch meinen Segelschein abgeben, darf nicht mehr grillen, keinen Flugschein machen, auf keinen Fall einen Waffenschein machen, muss ich alle Fleisch- und Brotmesser in meiner Küche abgeben, die guten Speisemesser stumpfen, ein paar Hobbys aufgeben, die ich hier nicht aufzählen will. Und eigentlich müsste ich mir auch meine Fingernägel und meine Zähne ziehen lassen und meine kräftigen Arme und Beine amputieren lassen. Ich muss eigentlich konsequenterweise, wenn ich Masken gegen potentielle Virenerkrankungen trage, auch alles andere für immer einstellen, was jemals jemanden gefährden oder töten könnte. Jeder von uns ist für seine Mitmenschen irgendwann einmal gefährlich. Das ist ein Teil unserer Freiheit, mit der wir schon als Kinder lernen umzugehen.

(die Geschichte ist selbstverständlich frei erfunden und alle Personen und Orte existieren nur in meiner Phantasie)

Where are the aliens?

– Explanations for the Fermi Paradox

In my former article „On the Drake equation“ I have shown a way how to reduce the number of 4 completely unknown Variables in the Drake equation to only one by application of a model of an interstellar ecology. The Drake equation was introduced in 1961 and provides a simple model for the estimation of the number of intelligent communicative civilizations in our home galaxy. It is related to the Fermi paradox. The Fermi paradox is the contradiction between the lack of evidence for the existence of extraterrestrial civilizations and the estimates that lead regularly to very high probabilities for existence. Famous physicist Enrico Fermi (1901-1954) once produced the following arguments:

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„Mächtige der Welt, fürchtet mich, [denn] wenn ich vor Gott stehe, werde ich eure Sünden anzeigen“

Ich ging im Sommer durch Berlin spazieren und traf ein Kind. Es stand alleine am Straßenrand und sah sich manchmal um. Hatte es seine Eltern verloren?

„Was machst du hier alleine. Wo sind deine Eltern?“, fragte ich.

Es war ein kleiner Junge, etwa acht Jahre alt.

Erst sah er mich sehr mißtrauisch an. Er sah mir in die Augen. Dann lächelte er.

„Meine Mutter ist dort im Laden und kommt gleich wieder!“, antwortete der Junge und zeigte auf einen Spätkauf auf der anderen Straßenseite.

Na ja, ich hatte Zeit. So lange konnte ich noch hier bei ihm warten, bis seine Mutter zurück kam, dachte ich mir.

Er hielt ein Spielzeug in der Hand, mit dem er herum hantierte. Er schien sehr froh damit zu sein. Plötzlich hielt er mir sein Spielzeug entgegen und sagte:

„Da!“

„Was ist das?“, fragte ich.

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How god created the universe

A harmonic method of creation

Let me explain how I understand after the newest physical discoveries, how god is creating life and anything else in the universe. I will show by logical argumentation how easy the creation process in the universe is performed. It is incredibly simple and god and anyone who is extremely powerful (and hopefully permitted) could also do this creation of worlds.

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Der Fährmann

Die Gruppe von Lichtgestalten näherte sich mir und mir wurde eiskalt. Ich stand in einem Tal, inmitten einer Landschaft aus pechschwarzen Felsen, abgerundet wie in einem ehemaligen Wildwasser-Flussbett. Sie hangelten sich entlang der runden Felsen empor zu mir. Ich wich zurück. Ich sah ihre Gesichter: kantige Gesichter, runde Gesichter, Hakennasen, römische Gesichter. Sie erreichten mich. Ich fürchtete mich.

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„Fürchte dich nicht, Fährmann. Zeige uns den Weg durch den ausgetrockneten Styx“, sagten sie.

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Mechatronik 1996

Es folgt eine Kurzgeschichte, die ich 1996 geschrieben habe:

„Hallo, hört ihr mich, hier ist Ada. Bitte melden!“,

spreche ich in mein Mikrofon, doch aus meinem Helmlautsprecher tönt nur ein lautes, knisterndes Rauschen. Ein neuer Versuch aber keine Antwort – nichts! Vielleicht ist etwas mit mein Funkgerät nicht in Ordnung, vielleicht ist es im Gefecht kaputt gegangen. Mein rechtes Bein blutet stark. Hoffentlich haben sie nicht unsere unterirdische Zentrale entdeckt. Wenn ich noch an das Christkind, oder den Lieben Gott glauben würde, dann würde ich jetzt beten, das dies nicht geschehen ist.

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Unsterblichkeit durch autogene Zucht

Eine Philosophie über die autogene Evolution intelligenten Lebens begründet auf einer Erweiterung der planetaren Ökologie


Vorwort

Die Natur hat von Anbeginn Mittel und Wege vorgesehen, das wir Menschen uns ohne jede Technik zu unsterblichen Wesen transformieren können, wann immer wir dies wollen. Warum? – Weil sie menschliche Wesen aus ganz bestimmten Gründen dringend braucht und wir ihr dann, wenn es soweit ist, als kosmische Bauersleute und Methusalems von Nutzen sein werden. Es gibt einen langsamen, natürlichen Weg zur Unsterblichkeit, der in seiner Umsetzung erst einmal abstoßend erscheint. Viel verlockender und vor allem ‚klinisch sauberer‘ erscheinen die schnellen, medizinisch-technischen Wege, die heute diskutiert werden, und die allesamt Abkürzungen zum selben Ziel zu sein scheinen: Unsterblichkeit. Sie enden, wie der Autor zeigt, allesamt in der ethischen Katastrophe. Der augenscheinlich ethisch problematische, schmutzige aber natürliche Weg entpuppt sich im Laufe des Textes als der alleinig ethisch vertretbare und einzig gangbare Weg.

Lukas Cranach Der Jungbrunnen

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Warum muss mein Opa Computerexperte werden?

– eine Warnung an alle Smartphone User

Neulich rief mich mein Grossvater an, weil sein Computer mal wieder ‚kaputt‘ war. Sein Rechner sage immer, sagte er, er solle sich einen ‚Mikrohart Account‘ besorgen und dann ginge nichts mehr und er muesse ihn ausschalten. Mein Grossvater ist wirklich kein ‚User‘. Er benutzt den Computer ausschliesslich, um seine Emails lesen zu koennen. Vielleicht geht er noch hier und da auf die Webseite der ‚Bundesbahn‘ oder der Post. Das ist alles. Auf jeden Fall war er voellig verzweifelt und glaubte mal wieder, er haette seinen teuren Computer unabsichtlich zerstoert.

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Bild: Wikipedia

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Zuckungen eines Lebewesens

– eine apokalyptische Horrorgeschichte zwischen Himmel und Hoelle 😉

Erst gestern hatte ich einen aeusserst gewagten Artikel veroeffentlicht. Wenn man sich entscheiden wuerde, nur zwei Dinge so zu tun, wie sie der Artikel vorschlaegt, waere dies aller Wahrscheinlichkeit nach das Ende allen Mangels auf der Welt. Es gaebe von da an, mehr als genuegend denkbar billigste Primaerenergie und damit alle Produkte fast umsonst, auch Lebensmittel und Immobilien und Land fuer alle Menschen fuer alle Zeiten.

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Ueber die zivile Nutzung der Atombombe

Seit ueber 60 Jahren, genau genommen seit dem 12. August 1953, besitzt die Menschheit eine Fusionsenergiequelle. Im Oktober 1968 wurde der erste Artikel veroeffentlicht, wie man Fusionsdetonationen als Raumfahrtantrieb nutzt, um damit interstellare Raumschiffe zu bauen, die benachbarte Sternsysteme erreichen. Eine Technik die aufgrund ihrer Einfachheit auch funktioniert. Ende der Sechziger kamen die ersten Ideen auf, mit verkleinerten Fusionssprengkoerpern kontrolliert Kernfusion als zivile Energiequelle fuer die Stromerzeugung nutzbar zu machen. Seit 1980 gibt es verkleinerte Fusionssprengkoerper im Kilotonnenbereich, die fuer die verschiedensten Zwecke der Energieproduktion einsetzbar waeren. Zusammengefasst existiert also seit ueber 60 Jahren eine Technologie der Freisetzung von Fusionsenergie und seit mindestens 45 Jahren das Wissen ueber die Moeglichkeit ihrer Nutzung als universelle Energiequelle und einziger bereits existierender Fusionsenergieantrieb – und nebenbei bemerkt effektivster aller denkbaren Fusionsantriebe. Das bemannte Raumfahrt durch Menschen moeglich ist, wurde spaetestens mit der Mondlandung am 21. Juli 1969 bewiesen, wenn sie auch waehrend der gesamten Zeit ihres Bestehens mit fuer normale Buerger unbezahlbaren Transportmitteln mit chemischen Antrieben durchgefuehrt wurde.

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Neuigkeiten

Ich war nicht untaetig in der letzten Zeit. Die meisten Artikel auf diesem Blog sind ja waehrend meines Sabatjahres 2012 entstanden. Danach ist die Produktionsrate stark abgefallen. 2013 habe ich neben meiner Taetigkeit als Ingenieur – die mich zur Zeit leider etwas vom Bloggen abhaelt – ein Kinderbuch verfasst. Meine Tochter hat mich darum gebeten. Es ist noch nicht ganz fertig, wird aber sehr lustig und unterhaltsam und ist natuerlich ganz unpolitisch. Kinder sind viel zu schlau, als dass man ihnen sagen muesste, was richtig und was falsch ist. Das haben sie im Gegensatz zu uns Erwachsenen – die wir die offensichtlichen Naturrechte eines jeden Menschen oft leider vergessen haben und uns dabei sogar schwer tun, den Aermsten und Schwaechsten gegenueber mildtaetig zu sein – wirklich nicht noetig. Meine grossen Idole der Kinderbuchliteratur – die ich an dieser Stelle aber auf keinen Fall verraten moechte – waren sich dessen immer bewusst und pfiffen einfach auf die Welt der Erwachsenen.

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Foto: Autor

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Welcome

Welcome on my philosophical blog. My favourite themes are fusion energy, ecology, sociology and computer criticism, theology as well as rocket science and interstellar space travel. My name is Peter Mueller, I’m an engineer from Berlin, Germany. I am inventor of the logical extension of ecology, the so called Stellar Ecology [1], that considers the numerous interactions of a planetary ecologic system with the surrounding neighboring extrasolar planetary systems and space. Stellar Ecology gives mankind a simple, logical and very beautiful sense in life..

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Moderne Zeiten

– Ansichten einer Monstermaschine aus dem Pleistozaen

Neulich musste ich in einem dichtbesetzten Zug auf einer Nebenstrecke das Gespraech zweier Muetter mit anhoeren. Ich habe alles wieder vergessen, weil es mich nicht die Bohne interessierte, was die beiden Damen sich zu sagen hatten, nur eines ist mir in Erinnerung geblieben, weil es mich sehr erschrocken hat. Meinte die eine doch zur anderen: „Die Kinder spielen ueberhaupt nicht mehr mit ihren Spielsachen, sie moechten viel lieber mit dem Ping-Pong [*] Computerpiele spielen als mit Baukloetzen oder Spielfiguren. Wir haben das meiste schon verschenkt.“ [* Name des sehr bekannten Computers geaendert]

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Mein Mitschueler aus dem Neandertal

– je seltener ein Mensch, je wertvoller ist er

Neulich sah ich in der Tagespresse die Abbildung einer sehr schoenen Rekonstruktion einer moeglichen Neandertalerin. Sie hatte rotes Haar und weisse Haut mit Sommersprossen und wirkte Nordeuropaeern durch ihren hellhaeutigen Typ in gewisser Weise noch verwandter als andere Darstellungen von Neandertalern. Wie so oft bei solchen Darstellungen war sie aber von oben bis unten mit Dreck beschmiert und mit verklebtem, verlaustem Haar dargestellt [1]. Ich fragte mich: Warum werden fruehere Menschen oft so praesentiert, als haetten sie sich nie ihr Haar gekaemmt und ihr Gesicht gewaschen? Warum spricht man ihnen oft ihre Selbstreflexion, ihr Schoenheitsempfinden, ja, ihre Menschlichkeit ab?

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Szene aus dem Film Ao – der letzte Neandertaler, Quelle [2]

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Die Lebensgeschichte des Friedrich Schilling aus der DDR

Die folgende utopische Kurzgeschichte habe ich waehrend meines Studiums Anfang des Jahres 1996 aufgeschrieben und habe sie heute zuefaellig beim Herumstoebern in uralten Dateien wiederentdeckt, die noch von meinem ersten PC stammten. Beim Durchlesen fiel mir auf, dass ich damals schon in dieser sehr kompakten Lebensgeschichte eines 1957 geborenen DDR-Buergers aus Berlin, der durch eine Verkettung von Zufaellen ueber die Jahrtausende bis an die mythischen Anfaenge der Geschichte der Menschheit geraet, die meisten Themen, die mich auch heute noch beschaeftigen, bearbeitete. Ich habe die Geschichte daher noch einmal mit grossem Vergnuegen gelesen und mit vielen Anmerkungen versehen.

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