Weihnachten! Heute ward uns ein Heiland geboren – oder wie Jesus die Menschheit rettete

Oft frage ich mich, wie es passieren konnte, dass die großen Errungenschaften der Antike, wie die präzisen mechanischen Rechenmaschinen [1], einfache Dampfmaschinen [2], galvanische elektrische Batterien [3], Bibliotheken mit Beständen von hunderttausenden Werken, darunter große Werke über Philosophie, Mathematik, Medizin, Astronomie und der Ingenieurswissenschaften [4], also alles, was unmittelbar zur Industrialisierung hätte führen können, für fast 2000 Jahre einfach verschwand und dann wieder neu erschaffen werden musste? Diese Frage beschäftigt mich seit langem.

Jesus als guter Hirte, frühchristliche Deckenmalerei in der Calixtus-Katakombe in Rom, um 250

Wieso konnten die Römer anscheinend mit all dem nichts anfangen? Sie waren doch in der Architektur, im Straßen- und Wasserbau und der Organisation ihres großen Reichs ansonsten ganz geschickt. Sie waren doch Techniker, warum haben sie die herausragendsten griechischen Erfindungen nicht weiterentwickelt? Waren sie zu dumm dazu? Gewiss nicht.

Warum haben die Griechen, zwar zwangseingebürgert in das Imperium Romanum, aber darin als typische Römische Provinz doch relativ autark, nicht weitergemacht und ihre Erfindungen weiter perfektioniert. Warum haben sie stattdessen anscheinend alles aufgegeben, bis es in der Neuzeit wieder aufgegriffen wurde?

Der alte Erfinder und sein Enkelsohn

Eines Tages belauschte ich in einem Berliner Tagescafe folgende Unterhaltung zwischen einem älteren Herrn und seinem etwa acht- bis zehnjährigen Enkelsohn:

„Kläuschen, wir haben uns doch neulich über die Erfindung des Autos unterhalten..“

„Ja.“

„Und du weißt doch noch, was das für große Auswirkungen auf die Welt hatte?“

„Ja, alles hat sich verändert, und das Denken der Menschen hat sich auch verändert, weil sie jetzt selbst überall hinfahren konnten.“

„Genau. Aber jetzt pass mal auf. Angenommen ich hätte eine Erfindung gemacht, eine Maschine gebaut, die alle Menschen wohlhabend und reich machen könnte. Eine Maschine, die alle Produkte ganz billig macht und jeder kann sich alles kaufen, und keiner muss mehr hungern. Mehr aber nicht. Sie macht die Welt nicht gerechter. Es könnte nach wie vor sein, dass einige noch viel mehr hätten als heute schon und andere gerade so viel, dass sie nicht hungern müssen und ein Dach über dem Kopf haben. Sie macht auch keinen Menschen glücklich. Es gibt Menschen die sind mit wenig Geld glücklich, andere mit viel Geld unglücklich.“

„Ich weiß, Opa, das hat uns unsere Lehrerin auch schon mal erzählt.“

„Ok, dann sind wir uns einig. Meine Maschine würde die Welt also nur reich machen, nicht gerechter, nicht glücklicher, nicht schöner, nicht friedlicher, einfach nur sehr reich.“

„Was ist das fuer eine Maschine, Opa?“

„Darauf kommt es nicht an. Es ist erst einmal ein Gedankenspiel. Aber pass auf: angenommen, ich hätte diese Maschine erfunden, ich wüsste aber auch, dass die Menschen diese Maschine gar nicht so wert schätzen würden wie ich. Nein, im Gegenteil, sie würden mich mit Sicherheit dafür verunglimpfen, vielleicht auslachen, wahrscheinlich sogar beschimpfen, bis sie vielleicht eines Tages ihren Wert entdecken würden.“

Der Kellner kam vorbei und stellte dem Großvater einen zweiten Kaffee hin. Dieser bedankte sich und erzählte weiter:

„Ich würde auch nie damit Geld verdienen und Papa und du auch nicht, weil man sehr viel Geld braucht, um sie zu bauen, und es lange dauern wird, bis sie installiert ist und richtig funktioniert. Aber es bleibt dabei: die Maschine kann alle Menschen sehr reich machen und niemand muss mehr hungern, weil selbst für den Geringsten immer noch genügend übrig bleibt.“

„Nie mehr?“

„Nein, es wäre alles im Überfluss da, so das man allen Menschen genug schenken könnte – auch denen, denen man bei Knappheit nichts abgäbe, weil man sie vielleicht nicht leiden kann.“

Der Enkel nickte langsam und sah den Großvater erwartungsvoll an.

„Kläuschen, was meinst du: sollte dein Opa diese Maschine den Menschen schenken?“

Was hatte der Großvater da gefragt? Ich spitzte die Ohren und wartete gespannt auf die Antwort des Kindes. Kläuschen überlegte nicht lange und gab dann folgende Antwort:

„Nein.“

„Aha! Aber warum denn nicht?“

„Sie haben es nicht verdient. Wenn sie sich wenigstens dafür bedanken würden, dann wäre es ja in Ordnung, aber wenn sie dich für deine tolle Maschine auch noch auslachen und beschimpfen, dann solltest du sie ihnen auf keinen Fall schenken.“

Ich fiel völlig aus den Wolken! Was hatte das Kind da gesagt! Sollte es kein Gedankenspiel sein, und sein Großvater wäre ein genialer Erfinder, dann könnte diese Antwort das Zünglein an der Waage sein. Den Alten dazu veranlassen, seine Erfindung mit ins Grab zu nehmen! Vielleicht würde es tausend Jahre dauern, bis wieder einer eine solche Maschine entdecken würde! Das Ende des Hungers und Elends auf der Welt! So nah! Nur meine Vernunft hielt mich davon ab, nicht aufzuspringen und laut „Nein!“ zu rufen. Das ganze war ja gewiss nur ein philosophisches Gedankenspiel.

Christentum und der Sprung in das Atomzeitalter

Die beiden gingen irgendwann. Ich blieb noch eine Weile und überlegte, und dann wurde mir klar: Es war eine bewusste Entscheidung! Ja, bei den Griechen, damals vor zweitausend Jahren. Die griechischen Ingenieure gaben damals die Weiterentwicklung ihrer großartigen, wissenschaftlich-technischen Erfindungen ganz bewusst auf, damit die Römer diese Erfindungen nicht weiter nutzen konnten. Die groben, ungebildeten und gewalttätigen Römer – eben noch Bauern aus Hügeldörfern am Tiber, jetzt die Herren der antiken Welt – waren aus der Weltsicht der Griechen Menschen von sehr geringem Wert, das Gegenteil der griechischen adligen, gebildeten Helden. Und da es nicht möglich war, von den Römern unbemerkt weiterzuentwickeln, weil das hellenische Reich nicht mehr existierte, sollte lieber niemand diese Erfindungen bekommen als die unwerten Bauern-Römer und man stellte die Entwicklungen konsequenterweise ein.

Aus der Sicht der Griechen waren die Römer dieser Maschinen und Aufzeichnungen einfach nicht würdig. Die Griechen hatten ein ganz bestimmtes Menschenbild, wonach es Menschen von sehr hohem Wert gab, die den Göttern näherstehen – Helden – und weniger wertvolle Menschen. Sie hatten sogar einen Erfindergott: Hephaistos, den göttlichen Schmied und Herr des Feuers. Dieser stattete außer den Göttern nur ganz wenige der größten Helden wie Achill mit Waffen und Technik aus – aber sicher keine Römischen Centurionen!

„Störe meine Kreise nicht“, soll der große Archimedes ohne aufzusehen zu einem Römischen Offizier gesagt haben, als er auf seiner Sandfläche – dem damaligen Äquivalent zur heutigen Kreidetafel – geometrische Berechnungen durchführte, und schenkte der Legende nach dem Römer keinerlei Beachtung, selbst nicht nachdem dieser von Hinten mit dem Schwert zugestoßen hatte. Und so starb der Legende nach das berühmteste technische Erfindergenie der Antike wie ein Held an der – aus seiner Sicht berechtigten – Überheblichkeit gegenüber Bauernsoldaten-Offizieren, die nicht annähernd verstehen konnten, welche komplexen Gedankengänge er gerade durchlief, und jeder Erklärungsversuch nicht den geringsten Sinn ergeben hätte.

Der naive, urzeitliche Mensch dachte so, der vorchristliche Mensch dachte so, die meisten Menschen außerhalb des christlichen Kulturkreises dachten so, Kinder denken so, alle naiven Wesen denken ganz natürlicherweise so. – So wie die Griechen während der römischen Besatzungszeit: Man verschenkt nichts an denjenigen, der es nicht wert ist! Diese Überlegung gibt es in seiner Bedeutung wahrscheinlich in allen Sprachen der Welt. Eine moderne deutsche Variante lautet: „Warum die Perlen vor die Säue werfen?“ – Eine eigentlich sehr vernünftige und pragmatische Sichtweise.

Selbstverständlich ist die Legende um Archimedes Tod zugespitzt, in Wirklichkeit dürften sich die Soldaten und Offiziere des Imperium Romanums wahrscheinlich eher weniger für Geometrie als für starken Wein und junge Frauen interessiert haben. Es war für Techniker und Wissenschaftler sicherlich bequemer, ihre Forschungen einfach zu beenden, als sie dem Buerokratiestaat Rom anzubieten und dabei eventuell noch in das Visier und in die Mühlräder untereinander buhlender, neidischer Provinzverwaltungen zu geraten. Es bedurfte einer christlichen Philosphie der bedingungslosen Nächstenliebe, die erst viele Jahrhunderte später größere Verbreitung fand, dass Erfinder, Philosophen und Wissenschafler ihre genialen Werke nicht mehr aufgaben, wenn sie bemerkten, dass ihre Mitmenschen es nicht wert waren, und dass eine Weiterführung ihnen mehr Schaden als Nutzen bringen würde.

Viele berühmte Forscher der christlichen Welt wurden verleumdet, gefoltert, verstümmelt und getötet und trotzdem machten sie weiter. Es war ihre christliche, bedingungslose Nächstenliebe, die sie zum Weitermachen verpflichtete. Wenn man etwas entdeckt hatte, von dem man fest überzeugt war, dass es den Mitmenschen von Nutzen sein würde, dann war es die christliche Pflicht, weiter zu machen. Man nahm die Schmach und Trauer hin, falls die Umwelt die neuen Ideen erst einmal ablehnte, und dankte Gott für die schlimmen Prüfungen, die er einem auferlegte und in denen man seinen festen Glauben unter Beweis stellen konnte. Jeder Mitmensch – selbst der boshafteste und gemeinste  – war es nun wert, sich für ihn aufzuopfern. In den meisten anderen Kulturen hätte man seine Aufzeichnungen längst verbrannt, jede Weiterentwicklung vernünftigerweise aufgegeben und ein schönes Leben geführt, statt es sich selbst so schwer zu machen.

Es ist meiner Meinung nach ein kurzsichtiger, historischer Fehlschluss, zu glauben, die christliche Religion hätte die Entwicklung im Mittelalter aufgehalten. Man hört ja nur deshalb von den vielen verfolgten und verteufelten Forschern in der christlichen Welt des Mittelalters und der aufkommenden Neuzeit, weil es sie gab!

Weil nur die Forscher der christlichen Welt überhaupt bereit waren, gleich ihrem religiösen Vorbild, Jesus, ein Märtyrium zum Wohle der Menschheit einzugehen. In anderen Kulturen war man zu jener Zeit sicherlich auch nicht zimperlich bei der Verfolgung ungewünschter oder unangenehmer Ideen. In diesen Kulturkreisen gingen die Forscher das Risiko herausgeschnittene Zungen und abgehackter Hände aber erst gar nicht ein! Das muss die richtige Erklärung sein, anderenfalls würde der Gedankengang weitergeführt ergeben, in anderen Kulturen hätte es wegen allgemein mangelnder Vorstellungskraft solche Ideen nie gegeben, was ich nicht glauben kann. Hier würde man sich einmal wieder mit bequemem Chauvinismus ein paar unangenehmere Gedanken ersparen.

Warum hat sich Europa in der Neuzeit vor allen anderen Kulturen, die teilweise schon viel älter waren, am schnellsten weiterentwickelt? Die christlichen Forscher und Wissenschaftler lasen jeden Tag in Texten wie diesen:

„[..] Liebet eure Feinde, segnet, die euch verfluchen, tut Gutes denen, die euch hassen, bittet für die, die euch beleidigen und verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? [..] Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist. [Mt 5,43-48]“

Und aus der berühmten Bergpredigt:

„[..] Selig sind die, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen. [..] Selig sind die, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das HimmelreichSelig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt. [Matthäus 5,3-12]“

Das waren Jesu Worte! Plötzlich wurde mir klar, ich hatte vielleicht endlich eine plausible und allgemein gültige Erklärung gefunden, warum die griechische Zivilisation den Sprung in die Moderne nicht geschafft hatte und auch niemals schaffen konnte – genauso wenig wie alle anderen Kulturkreise der Erde außer der christlichen Welt: Nur durch bedingungsloses Geben und Verschenken, durch bedingungslose Nächstenliebe, auch zum persönlichen Schaden, auch bis zur Selbstzerstörung, kann alles Wissen (und damit Fortschritt) sich so weit ausbreiten und stabilisieren, dass es Kriege, Zeitenwenden, Katastrophen und Jahrtausende übersteht!

Kläuschens Grossvater würde sich – sollte seine Geschichte wahr sein – wahrscheinlich nur dann für eine Veröffentlichung seiner Erfindung entschließen, wenn er aus fundamentalen Überlegungen christlicher Ethik heraus handelte. Ansonsten hatte sein Enkelsohn natürlich völlig recht: wozu sich für etwas aufopfern, was einem selbst nur schaden wird!

Die einsame Stellung der Wahrheit ohne eine funktionierende Wissenschaft

Mir wurde klar, warum er sich seinen Beinamen „Der gute Hirte“ verdient hatte: Weil sein historischer Weitblick der keines gewöhnlichen Menschen war. Und mir wurde klar, warum seinem Beispiel so viele gefolgt sind: Es geht um das ganze, es geht mehr um die vielen Menschen, die in zehn- oder zwanzigtausend Jahren an den verschiedensten Orten im Universum, im Paradies im Himmel leben werden und weniger um uns wenige heute oder vor nicht allzu langer Zeit – nur 60 Generationen entfernt, als er in Judäa predigte und lebte: Jesus Christus. Ich fing an, die wirkliche Bedeutung der Bergpredigt für die über alle Zeiten vereinte, gesamte, große Menschheit zu verstehen. Ich bin nicht religiös und werde es niemals werden. Aber ich habe die Worte des guten Hirten nun sehr gut verstanden.

Viele Jahrtausende liegen noch vor uns, in denen sich vieles verändern wird: zerstörerische Naturkatastrophen, große Kriege, Revolutionen, Autokratien, die Macht auf das grausamste missbrauchen werden, zerstörender Radikalismus, der alles Unerwünschte hinwegfegen wird und sein fauler Bruder, der alles Unangenehme unterdrückende Hedonismus. Über diese langen Zeiträume wird viel Gutes und bereits Bestehendes wieder verloren gehen. Heute entdecken unsere Historiker ständig Dinge, die es längst schon einmal  gab, die keineswegs in der Neuzeit erfunden wurden, welche die Menschheit aber über Jahrtausende vergessen hatte: Rechenmaschinen [1], elektrisches Licht [3], Heißluftballons, Hochseenavigation, etc.

Zu glauben, ein solcher großflächiger Verlust an Wahrheitsfindung und Erkenntnis würde heute nicht mehr passieren können, wäre fatal und auch sehr kurzsichtig. Viele Beispiele zeigen, besonders aus den stark politisierten, aber ursprünglich einmal rein technisch-wissenschaftlich orientierten Gebieten der Rohstoff- und Energiewirtschaft, dass auch heute, gerade in diesem Moment, bereits funktionierende, aber unangenehme Lösungen für große Probleme gerne für ein angenehmes Wunschdenken gegen ausgemachten Unsinn eingetauscht werden. Damit müssen wir leben. Das ist normal. Menschen glauben lieber die schönen Dinge als die unangenehmen.

Wir, die rationalen Menschen, die klar und deutlich sehen, ohne die verzerrende Brille von Glaube, Wunsch, Hoffnung, Bequemlichkeit oder Angst, sind verpflichtet, das heutige Wissen und das Wissen unserer Vorfahren um jeden Preis zu erhalten. Warum? Die einzige Antwort lautet: wer soll es sonst tun? Wir können uns dabei nicht auf die eigentlich ursprünglich an das Wahrheitsprinzip gebundene Wissenschaft alleine verlassen, da sie offensichtlich mehr und mehr von der Politik korrumpiert und unterworfen wird.

Wir sind dabei also mal wieder ganz auf uns alleine gestellt – genau so wie die ersten Forscher vor der Gründung der institutionellen Wissenschaft. Das heißt auch: jeder Einzelne muss wieder bereit sein, die Schmach und den Hass für das Unerwünschte zu ertragen, auch wenn er den großen Nutzen seiner Ideen als einziger erkennt. Und er muss natürlich bereit sein, auf Ansehen, Karriere, Anerkennung, ja sogar Freunde und Familie zu verzichten. Genau das ist die Prüfung, von der Jesus Christus sprach und zu der er aufrief. Und er hatte natürlich völlig recht damit. Denn wie soll es anders in dunklen Zeiten mit der Menschheit vorangehen, wenn nicht jeder einzelne sie voran trägt?

So lange der Wissenschaftsbetrieb funktioniert, so lange er seine Macht aufrecht erhalten kann, deckt die Wissenschaft das Meiste ab und erhält die Vorarbeiten der Vorfahren, beziehungsweise beschützt die neuen Ideen der jungen Wissenschaftler. Darum müssen wir uns nicht kümmern. Aber es gibt selbst in Zeiten, in denen die Wissenschaft stark ist, bereits Gebiete, aus denen sie sich zurückziehen musste und ihre Forscher abgezogen oder gar neuen Herren überlassen hat. Diese arbeiten dann nicht mehr an der Wahrheitsfindung sondern an der Durchsetzung von willkürlicher Macht. Hierum müssen wir uns kümmern! Hier muss mit Mathematik und allen bekannten Methoden der Wahrheitsfindung das Licht der Wahrheit hochgehalten werden, wo die Dunkelheit des Wunschdenkens und der politischen oder wirtschaflichen Karriere den Wissenschaftsbetrieb korrumpiert hat.

Die modernen, freien Kommunikationskanäle sind gerade am zusammenbrechen. Wenn man die Berichte in den noch unabhängigen Massenmedien aufmerksam verfolgt, liest man von riesigen Nachrichtendiensten, die mit tausenden von Agenten und den größten je gebauten Computern unser Datennetz observieren und auch manipulieren. Diese Berichte wird es vielleicht bald auch nicht mehr geben. Das kann passieren. Genau so, wie es gerade an anderen Orten passiert, oder schon früher hier passierte, dass freie Stimmen das Rufen einstellten, wenn ihre Familien mit Armut oder sogar dem Tode bedroht wurden. Die einstmals wild gewachsenen und  freien Computerdatennetze werden gerade komplett restrukturiert, sie werden von mächtigen Kräften ausgehorcht und dabei gefiltert. Offiziell sucht man die Feinde aller guten und friedlichen Menschen. Inoffiziell wird alles Unerwünschte eliminiert. Eigentlich hat sich auch hier, im modernen Internet, nichts gegenüber antiken Zeiten geändert, als Rom Hellas unter seine Kontrolle brachte, bis auf die technische Umsetzung der grundsätzlichen Überlieferung von Information. Das Ergebnis bleibt das gleiche: nur das Erwünschte setzt sich durch, das Unerwünschte macht dem Urheber, egal wie friedlich, wie klar und wissenschaftlich er vorgeht, nur Schwierigkeiten und großen Kummer.

Der Urheber des unerwünschten Gedanken wird mit dem Mörder und Terroristen gleichgesetzt: denn er terrorisiert ja in gewisser Form mit seinen Worten den schönen Glauben, und er mordet in gewisser Form das gute Gefühl. Und deshalb wird er angegriffen werden – und in Zukunft wieder mehr, auch hier bei uns! Man sehe sich nur in der Welt um, wie es um die politische Freiheit in den einzelnen Ländern der Erde bestellt ist. So etwas macht für gewöhnlich Schule. Dann ist wieder Schweigen und Vergessen angesagt, wenn man etwas im Leben erreichen will. Aber wir sind unseren Nachkommen verpflichtet, wir haben jetzt und immer die Möglichkeiten, ihre Welt aufzubauen, wenn wir Wissen und Wahrheit nur irgendwie über die Zeiten retten können. Was ist mit den vielen Billionen Kindern, die vielleicht im Jahr 12.000 des Herrn hier und in unseren Nachbarsternsystemen geboren werden? Sind wir ihnen nicht als ihre Vorfahren zutiefst verpflichtet?

Von der Macht der Nächstenliebe

Es bleibt dabei: jeder Mechanismus, jede Technologie, jeder Wissensspeicher, wie auch immer aufgebaut, wird letztendlich irgendwann verloren gehen, wahrscheinlich sogar im Zuge einer politischen Mode bewusst gelöscht werden. Nur das Prinzip der bedingungslosen Nächstenliebe ist die einzige Möglichkeit einer gesicherten Kommunikation zwischen weit entfernten Generationen, die durch Jahrtausende voneinander getrennt sind, indem Wissen und Weisheit von Generation zu Generation gegen alle Widerstände mündlich weitergegeben werden. Ohne die bedingungslose Nächstenliebe wird sich die Geschichte der Menschheit auch weiter nur im Kreise drehen, weil alles Wissen letztendlich auf einer schmalen, ungesicherten Basis stehen wird, wenn es nicht von Mensch zu Mensch verbreitet wird. Nur wenn jeder von uns aus freien Stücken gibt und verschenkt und auch zu großen Opfern bereit ist, breitet sich unser Wissen und unsere Erfahrung mit etwas Glück vielleicht genügend aus, um den entropischen Prozessen langer Zeiträume zu widerstehen, und bleibt am Ende vielleicht etwas von unserer Vorarbeit, die wir jetzt noch mehr oder weniger egoistisch für unsere Kinder und Kindeskinder leisten. Wir müssen verstehen lernen, dass auch die Kindeskinder der Anderen unsere Kinder sind. Spätestens nach tausend Generationen ist durch die Prinzipien der Vererbung und Vermischung praktisch fast jedes Kind auf der Welt unser Nachfahre. Wir müssen diese weit entfernten Kinder so lieben, wie wir unsere Kinder und Enkel lieben. Es sind wirklich unsere Kinder!

Seid ihr bereit für eure Kinder zu sterben? Deshalb und nur deshalb haltet unbedingt auch die andere Wange hin, wenn man euch schlägt! Solch ein Verhalten ist nicht die größte Schwäche und Feigheit, nein es ist der größte Mut und die größte Stärke und die größte heldenhafte, sture Opferbereitschaft, zu der ein denkendes und Menschen über alles liebende Lebewesen fähig sein kann.

Nur so werdet ihr niemals nachgeben müssen, wenn man eure Arbeit behindert, sondern noch härter und intensiver an euren Werken arbeiten.

Nur so werdet ihr niemals widerrufen, wenn man euch fälschlicherweise der Unwahrheit bezichtigt, sondern noch lauter die Wahrheit herausschreien.

Nur so werdet ihr niemals auf Befehl anderer, gute Werke und Vorarbeiten eurer Vorfahren zerstören, sondern nur selbst zerstört werden.

Nur so werdet ihr niemals auf Befehl anderer, gute, fähige Menschen töten, sondern nur selbst getötet werden.

Mit dieser unendlichen Stärke werdet ihr, genau so wie es der gute Hirte vorlebte, die ganze Welt auf eurer Schulter ein kleines Stück nach vorne tragen können – bis der nächste Mensch sie eines Tages aus euren toten Händen entgegen nimmt und wiederum für uns alle ein kleine Stück weiter trägt.

ENDE

[1] Das belegt der Antikytera Mechanismus, eine Rechenmaschine zur präzisen Vorausberechung von Eclipsen über Jahrzehnte, siehe auch https://monstermaschine.wordpress.com/2012/04/27/antike-analogcomputer/

[2] Die sogenannte Helden-Maschine: http://en.wikipedia.org/wiki/Aeolipile

[3] Elektrogalvanische Energiequelle, genannt Bagdad-Batterie: http://de.wikipedia.org/wiki/Bagdad-Batterie

[4] Man schätzt den Bestand der Bibliothek von Alexandria heute aufgrund verschiedener Quellen auf 500.000 bis 700.000 Rollen. Das entspräche etwa 80.000 bis 100.000 Buchbänden. Nur kleine Teile des Bestandes blieben nach ihrer Zerstörung oder Auflösung für die Menschheit erhalten und wurden viel später durch die Araber über das maurische Spanien wieder für die Wissenschaftler Europas zugänglich. Aus den erhaltenen Werken können wir heute nur erahnen, was alles verloren ging.

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