Der Fährmann

Die Gruppe von Lichtgestalten näherte sich mir und mir wurde eiskalt. Ich stand in einem Tal, inmitten einer Landschaft aus pechschwarzen Felsen, abgerundet wie in einem ehemaligen Wildwasser-Flussbett. Sie hangelten sich entlang der runden Felsen empor zu mir. Ich wich zurück. Ich sah ihre Gesichter: kantige Gesichter, runde Gesichter, Hakennasen, römische Gesichter. Sie erreichten mich. Ich fürchtete mich.

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„Fürchte dich nicht, Fährmann. Zeige uns den Weg durch den ausgetrockneten Styx“, sagten sie.

„Ich bin nicht der Fährmann. Und ich weiß auch nicht wo der Fährmann ist“, antwortete ich.

Aber ich half ihnen dennoch, den Weg durch das weite Flussbett, durch dieses steinerne Labyrinth zu finden.

Wir kamen zu einem Feld. Dort standen rundliche Steine, wie Findlinge oder Obelisken, Reih in Glied. Die Fremden stellten sich in einer Reihe dazu. Ihr Licht erlosch und sie wurden, einer nach dem anderen, zu Stein. Ich wunderte mich sehr. Dann sah ich auf. Das Feld von aufgereihten Steinen erstreckte sich bis in die Unendlichkeit.

Bevor sie zum Feld hinab stiegen, auf dem sie versteinerten, als sie durch die Felsen des Styx kraxelten, und ich ihnen folgte, war mir nur eines aufgefallen:

Sie waren nicht zu zwölft, es war einer mehr..

Berlin, den 20.12.2016

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