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Eine kurze Bilanz unserer Epoche

– Ein gewagtes philosophisches Gedankenspiel

Ich moechte einmal versuchen, die Epoche in der wir leben, global zu bilanzieren. In einem kurzen Text ist dies sehr schwer, jedoch sollte eine bewusste Reduktion auf das Wesentliche moeglich sein, wenn man sich die haeufigsten Schlagworte in den Medien vornimmt. In den Medien ist haeufig die Rede von verschiedenen globalen Problemen, die unsere Zivilisation bedrohen. Ja, vielleicht wird unsere geschichtliche Epoche am deutlichsten durch ihre Probleme gepraegt. Vielleicht waere es am sinnvollsten, diese Probleme als eine Erklaerung unserer Epoche zu nutzen. Warum sollte man dies nicht versuchen? Die Probleme sind in aller Munde und Gegenstand von Politik, Tagespresse bis hin zu langen wissenschaftlichen Abhandlungen. Umfangreiche Forschungsprojekte dienen teilweise ausschliesslich der Loesung dieser Weltprobleme. Es wurden sogar neue Technologien entwickelt, um die Weltprobleme loesen zu helfen. Ganz neue Studiengaenge wurden geschaffen, um spezialisierte Problemloeser fuer einige der Menschheitsprobleme heranzuziehen.

Der erdaehnliche Planet Kepler 22 b in einer kuenstlerischen Darstellung, Quelle: NASA AMES JPL Caltech

Die wichtigsten Probleme der Menschheit, die auf der internationalen Agenda der Politik stehen, sollten jedem bewusst sein:

  • Ueberbevoelkerung
  • Weltenergieproblem
  • Wachstumsbeschraenkung
  • Rohstoffmangel
  • Erderwaermung
  • Umweltzerstoerung
  • Armut und Hunger
  • Religioeser & ideologischer Fanatismus
  • Nukleare Bedrohung

Jeder, der eine Schule besucht hat, hat davon gehoert. Dies sind die Alles entscheidenden Probleme der Menschheit. Diese gilt es zu loesen. Die Menschheit kann diese Probleme loesen, wenn sie zusammenarbeitet. Wenn wir diese Probleme nicht zusammen loesen, bedeutet dies unser Ende. Hier sind wir uns alle einig.

Alle? Nein nicht alle. Ich zum Beispiel bin da ganz anderer Meinung.

Dass diese Probleme die Zivilisation bedrohen, ist eine Sicht der Dinge. Wie waere es, wenn ich Ihnen, meine hochgeschaetzten Leser, einmal das genaue Gegenteil praesentieren wuerde. Wenn ich ihnen logisch und nachvollziehbar erklaerte, dass einige dieser Probleme schon seit Jahrzehnten im Prinzip geloest sind, oder sich gerade in einem durch den Menschen nicht kontrollierbaren Selbstloesungsprozess befinden. Ich wuerde somit behaupten, dass viele der Probleme ausserhalb unsereres Einflussbereichs liegen. Ich wuerde auch behaupten, dass viele der Probleme bereits von unseren Vorfahren geloest wurden, uns aber diese Loesung ueberhaupt nicht gefaellt. Ich finde, das ist doch ein interessanter Gedanke, oder? Folgen sie mir auf eine kurze Reise durch die Probleme der Welt.

Wenn ich mir die Probleme heute ansehe, komme ich zu folgendem Schluss: Die Loesung zweier Probleme dieser Liste liegt seit Jahrzehnten vor, und muss nur angegegangen werden. Bei einem Problem in der Liste ist eine Loesung absehbar, wir muessen mit einer gewissen Teilmenge des Problems noch eine Weile leben. Es gibt sogar ein Problem in dieser Liste, das nie existiert hat, und das aufgrund von Fehleinschaetzung und dem Hineinpassen in ein bestimmtes Weltbild, lediglich als Problem proklamiert, und spaeter aus Gewohnheit allgemein anerkannt wurde. Wir werden es spaeter gemeinsam identifizieren. Das fuer mich faszinierendste Problem dieser Liste ist das, das daraus entsteht, dass man an die uebrigen Probleme glaubt, und damit alle Probleme vergroessert, aehnlich einer selbsterfuellenden Prophezeiung – geradezu teuflisch. Auch dieses Problem werden wir gemeinsam identifizieren.

Einigen der Probleme in der Liste ist zu Eigen, dass sie nie auf ihre Relevanz und ihre Allgemeingueltigkeit hin kritisch hinterfragt wurden und stattdessen von Anfang an aufgrund allgemeiner Zustimmung, basierend auf der Wirkung erschreckender Fotografien, Erlebnisberichte und Schicksale vieler Menschen, kollektiv akzeptiert wurden. Einige Probleme waren zu einem frueheren Zeitpunkt einmal wirkliche real existierende grosse Probleme, haben sich aber laengst historisch ueberholt. Zugegebenermassen habe ich bei dreien dieser Probleme deren seit langem vorhandene Loesung erst vor kurzem bei der Beschaeftigung mit den Ideen von Wissenschaft, Technik und Militaer Mitte des 20. Jahrhundert entdeckt. Zugegebenermassen haengt die Loesung zweier weiterer Probleme in der Liste von der Loesung des Weltenergieproblems ab. Ich war also bis vor wenigen Monaten auch noch der Meinung, dass viele der Probleme noch existieren wuerden und damit akut waeren. Diese Meinung ist nun ueberholt.

Meine Sicht der Wirklichkeit sieht nun eher so aus: Wir leben in einer wunderbaren Zeit. Alles laeuft ziemlich gut fuer die Menschheit. Es sieht gerade ganz hervorragend fuer uns aus. Besser als je zuvor, seit wir vor etwa zwei Millionen Jahren begonnen haben, uns von der Tierwelt abzuspalten. Unsere Zivilisation hat bis heute sicherlich einige schlimme Rueckschlaege erlitten. Wir haben sie aber alle ueberstanden. Nun jedoch haben wir eine wunderbare und phantastische Zukunft vor uns. Wir muessen nur noch mutig die ersten Schritte wagen. Warum ich diese Sichtweise habe und warum sie mindestens so berechtigt ist wie die Sichtweise von den akuten zivilisationsbedrohenden Problemen der obigen Liste, werde ich gleich detailliert erklaeren.

Besprechen wir zunaechst die einzelnen Probleme. Nehmen sie die einzelnen Punkte erst einmal als reines Gedankenspiel an, ohne den Anspruch einer absoluten Wahrheit. Es geht mir nicht um exakte Zahlenwerte, es geht mir um prinzipielle Zusammenhaenge und ich moechte auf keinen Fall mit Fachexperten der einzelnen Gebiete diskutieren, sicherlich wissen sie auf allen Gebieten viel besser als ich darueber Bescheid, und ihre Arbeit hat auf jeden Fall eine Berechtigung und einen grossen Wert:

Ueberbevoelkerung

Sehen wir uns kurz die Flaechenverteilung der Erde an:

Mio qkm Prozent von Fläche Erde Prozent von Fläche Land
Fläche Erde 510 100.00%
Fläche Ozeane 361 70.78%
Fläche Land 149 29.22% 100.00%
Eiswueste 15 2.94% 2.94%
Wüste 15 2.94% 10.07%
Unbesiedelte Steppen warm/kalt 10 1.96% 6.71%
Borealer Wald 15 2.94% 10.07%
Tropischer Wald 16 3.14% 10.74%
Sonstiger Wald 9 1.76% 6.04%
Hochgebirge ab 2000m 16 3.14% 10.74%
Seen/Flüsse 5 0.98% 3.36%
Summe nicht nutzbar 101 19.80% 67.79%
Von Menschen nutzbare Flächen:
Durch Nomaden beweidete Steppe 10 1.96% 6.71%
Grasland 25 4.90% 16.78%
Brachliegendes (ungenutztes) Ackerland 4 0.78% 2.68%
Vorindustriell genutztes Ackerland (groesstenteils Raubbau) 5 0.98% 3.36%
Industriell und postindustriell (oekologisch) genutztes Ackerland 4 0.78% 2.68%
Summe nutzbar 48 9.41% 32.21%
Kontrollsumme nutzbare + nicht nutzbare Landflaeche 149 29.22% 100.00%

Knapp 68% der Landflaeche der Erde und mit den Ozeanen gut 90% der Erde sind damit unbewohnbar. Von der bewohnbaren Flaeche der Erde, das ist knapp ein Drittel oder 33% der Landflaeche und knapp 10% der Flaeche der Erde, besiedeln 7 milliarden Menschen heute dicht das vorindustriell und das industriell genutzte Ackerland, also 6% der Landflaeche bzw. knapp 2% der Flaeche der Erde. Im Zentrum solcher Regionen befinden sich die grossen Metropolen, in denen heute auf kleinstem Raum mehr als 50% der Menschheit lebt. Die restlichen knapp 50% der Menschheit leben groesstenteils als Bauern in Doerfern und Kleinstaedten in diesen Agrargebieten um die Metropolen. Interessanterweise liegen gut 30% des vorhandenen Agrarlandes brach. Hier leben kaum Menschen. Ebenso ist die Population in den riesigen Graslandschaften der Erde sehr gering und noch geringer in den durch Nomaden beweideten Steppen.

Heute werden auf der Erde durchschnittlich an Mais 5000kg pro Hektar pro Jahr geerntet. Bei Weizen haben wir einen durchschnittlichen Ertrag von 3000kg pro Hektar pro Jahr weltweit. In Deutschland ernten die Bauern etwa 7000kg Weizen pro Hektar pro Jahr. Bei Reis haben wir im Durchschnitt weltweit 4300kg pro Hektar pro Jahr, in Australien 10800kg Reis pro Hektar pro Jahr. Der Durchschnitt wird bei Weizen und Reis so stark nach Unten gezogen, weil die meisten Anbauflaechen in den vorindustriellen Anbaugebieten liegen, deren Ertrag durchschnittlich bei weit unter 50% des Flaechenertrages des industriellen Anbaus liegt.  Die postindustrielle oder oekologische Landwirtschaft liegt beim Ertrag etwas geringer als die industrielle bei etwa 75%. Sie verzichtet zwar auf Chemie, nutzt aber das gesamte moderne landwirtschaftliche Wissen. Damit waere die oekologische Landwirtschaft ein riesiger Fortschritt fuer Milliarden von Menschen.

Ein durch Mischnahrung gut ernaehrter Mensch braucht ca. 300kg feste Nahrung pro Jahr. Damit koennen wir heute weltweit pro Hektar 10 bis 36 Menschen ernaehren. Gehen wir konservativ davon aus, dass wir mit den Methoden der industriellen Landwirtschaft etwa 20 Menschen pro Hektar ernaehren wuerden, dann kann man weltweit mit der oekologischen Landwirtschaft mit 75% der Leistungsfaehigkeit etwa 15 Menschen pro Hektar ernaehren. Eine Ertragssteigerung durch Bewaesserungsmethoden und weitgehenden Verzicht auf die Produktion von Futtermitteln und Biotreibstoffen laesst hier einen gewissen Spielraum zu.

Wenn man die Erde nach dem heute ueblichen Stand der oekologischen Landwirtschaft bewirtschaftet, kann man damit grob geschaetzt, ungefaehr 40 Milliarden Menschen im Jahr 2400 ernaehren. Man erhaelt diese Zahl mit der durchschnittlichen Produktivitaet der heutigen oekologischen Landwirtschaft pro Hektar multipliziert mit der dann vermutlich verfuegbaren Anbauflaeche von 26 Mio qkm. Ich habe diese Werte in einem frueheren Text auch nochmal etwas anders ermittelt [1]. Warum im Jahr 2400 nach unserer Zeitrechnung? Dies ist nur eine Abschaetzung, aber es wird ein paar Jahrhunderte dauern, bis das Neuland erschlossen ist und bis sich die Population von heute 7 Milliarden Menschen auf eine solch hohe Zahl vermehrt hat. Um 40 Milliarden Menschen zu ernaehren, bedarf es der kompletten Nutzung des heute brachliegenden Ackerlandes und zusaetzlich einer Neuerschliessung von Ackerland von etwa der Haelfte der Graslandschaften der Erde. Diese sollen dann in 400 Jahren nach dem heutigen Stand der oekologischen Landwirtschaft nachhaltig bewirtschaftet und gepflegt werden. Die Menschheit von 40 Milliarden Menschen besiedelt im Jahr 2400 etwa 17% der Landflaechen der Erde, das sind rund 5% der Flaeche des Planeten Erde. Nochmal zum Vergleich: heute sind es rund 6%, bzw. knapp 2%.

Wenn man von heute an ausschliesslich die uebliche, dominierende industrielle Landwirtschaft global einsetzen wuerde, koennte man bis ins Jahr 2800 rund 80 Milliarden Menschen mit dieser heutigen Form der Landwirtschaft ernaehren [2]. Diese 80 Milliarden Menschen wuerden dann 33% der Landflaeche der Erde besiedeln (etwa 10% der Flaeche der Erde). Die industrielle Landwirtschaft steht in direkter Konkurrenz zu der oekologischen Landwirtschaft, ihre Ertraege sind hoeher, dafuer ist die Qualitaet und Gesundheit der Lebensmittel schlechter. Zivilisationskrankheiten sind die Folge. Ausserdem werden aufgrund mangelnden Bewusstseins wesentlich groessere Teile ihrer landwirtschaftlichen Produktion in die Tierfutterherstellung umgeleitet. Daher ist die Gesamteffektivitaet zur Ernaehrung von Menschen insgesamt nur wenig besser als die der oekologischen Landwirtschaft. Trotzdem habe ich die industrielle Landwirtschaft in einem Modell zu Ende gedacht [2]. Auch hier gibt es fuer das Jahr 2800 die Erklaerung, das es eine gewisse Zeit braucht das Land zu erschliessen um die Menschen zu ernaehren, aber diese auch eine Zeit brauchen sich stark zu vermehren.

Damit sind wir aber noch lange nicht am Ende der Moeglichkeiten der Ernaehrung von Menschen mit heute vorhandener landwirtschaftlicher Technik. Mit der Nutzung von heute ueblicher Treibhaustechnik koennen ab dem Jahr 2800 bei einer Erdbevoelkerung von 80 Milliarden bis in das Jahr 4800 bei einem kompletten Ausbau der Agrarflaechen als Treibhausflaechen etwa 480 Milliarden bis 700 Milliarden Menschen ernaehrt werden [2]. Es bleibt in beiden Faellen bei einem Flaechenbedarf von 33% der Landflaeche der Erde. Durch die Treibhaeuser wird die Produktivitaet der Flaeche in dem 2000 Jahre andauernden Ausbau insgesamt um den Faktor 6 erhoeht. Der Faktor 6 der Ertragssteigerung pro Flaeche ist bei heute ueblichen geschlossenen Treibhaeusern ein Mindestwert [17]. Die Entwicklung von 480 Milliarden Menschen zu 700 Milliarden Menschen kann dann mit heute verfuegbarer landwirtschaftlicher Technik nur noch ueber eine Nahrungsumstellung auf schwerpunktmaessig vegetarische Kost erfolgen. 700 Milliarden gut ernaehrte Menschen mit vegetarischem Ernaehrungsschwerpunkt auf der einen Seite oder 480 Milliarden ebenfalls gut ernaehrte Menschen mit einer ausgiebigen Fleischernaehrung kann die Erde aus heutiger Sicht ernaehren.

All diese Zahlen lassen sich einfach ueber die Extrapolation auf heute ungenutzte, aber fruchtbare und geographisch brauchbare Flaechen der Erde, ermitteln. Sie gehen davon aus, dass es in der Landwirtschaft von nun an keinen technologischen Fortschritt mehr gaebe. Aehnlich hohe Zahlen koennen zur Verifikation auch mit einem Gedankenmodell einer dicht besiedelten, sich landwirtschaftlich selbst versorgenden Grosstadt rein theoretisch und unabhaengig von der Flaechenverteilung der Erde ermittelt werden [3].

Heute scheint es nicht absehbar, dass die Menschheit eine Population von 700 Milliarden Menschen in einer so kurzen Zeit von nur wenigen tausend Jahren erreichen wird. Das liegt vor allem daran, dass mit der wachsenden Population auch die Neuerschliessung von Ackerland einhergehen muss, die aber ihre Zeit benoetigt. Eine Population, die schneller als ihre landwirtschaftlichen Flaechen waechst, verhungert natuerlich teilweise. Es ist ein sich selbst regelnder dynamischer Prozess hoher Energieumsetzung, der von keinem einzelnen Menschen oder einer Regierung in irgend einer Form gesteuert oder gelenkt werden kann. Wer das glaubt, fuehrt den klassischen Kampf gegen Windmuehlen.

Wir haben bisher nur von heute ueblicher Landwirtschaftstechnik aus extrapoliert. In anderen Technologien ist es ueblich, das man den technologischen Fortschritt in den Extrapolationen mitberuecksichtigt. Bekanntestes Beispiel ist die Entwicklung und Produktion von Halbleitern. Warum sollte man in der Landwirtschaft nicht auch von einem Fortschritt ausgehen duerfen? Es gibt heute viele laufende Forschungen und Versuche um die Ertragssteigerung pro Flaeche weiter zu erhoehen. Ein schoenes Beispiel sind mehretagige Treibhaeuser, die das Sonnenlicht wie die Vegetationsetagen des tropischen Regenwaldes von den Wipfeln bis zum Boden optimal nutzen. Damit koennten dann zum Beispiel 700 Milliarden Menschen mit einem wesentlich geringeren Flaechenbedarf als 33% der Landflaeche der Erde ernaehrt werden, z.B. 17% der Landflaeche oder 5% der Erdoberflaeche. Das klingt unglaublich, ist aber das Ergebnis einfachster Mathematik. Viele andere Entwicklungen sind im Gange, die den Flaechenbedarf noch weiter reduzieren wuerden.

Das Thema Halbleiter bringt mich auf einen weiteren hochinteressanten Aspekt: bei solchen Wirtschaftsthemen wie Halbleiterentwicklung und -produktion, die im Verhaeltnis klein sind, haben wir uns aufgrund der schlechten Erfahrungen mit der Planwirtschaft, die zeitweise im direkten Vergleich mit der eigendynamischen Entwicklung der Marktwirtschaft stand, laengst damit abgefunden, dass die Menschheit sie kaum steuern und lenken kann. Bei Themen die um den Faktor 1000 und mehr groesser in ihrer Energieumsetzung sind als Halbleiterproduktion, und dazu gehoert die landwirtschaftliche Entwicklung, glauben wir teilweise immer noch an die Legende der Planbarkeit. Was fuer eine Ignoranz – faszinierend! Mehr faellt mir hierzu nicht ein.

Sehen wir uns die Zahlen an, brauchen wir uns wirklich keine Sorgen zu machen, was die Ernaehrung und den Flaechenbedarf der Menschheit betrifft. Auf Mutter Erde ist noch sehr, sehr lange mehr als genug Platz fuer Alle. Wir besitzen seit Jahrzehnten die dazu notwendigen landwirtschaftlichen Techniken und neue, bessere Technologien, um den Flaechenbedarf der Menschheit pro Kopf weiter zu reduzieren, sind bereits in der Entwicklung. Und die Forscher koennen sich bei ihren Entwicklungen offensichtlich ganz entspannt und viel Zeit lassen, weil bessere Methoden fruehestens in Jahrhunderten gebraucht werden. Man braucht sie dann um den Flaechenverbrauch der Population aus Landschaftsschutz-Gruenden auf ein vernuenftiges Mass zu reduzieren.

Mir reicht jedoch schon das konservative Ergebnis von „nur“ 480 Milliarden Menschen bei maximalen 33% der Landflaechen, um mir absolut keine Sorgen mehr zu machen. Mehr als 33% der Landflaeche sind auf der Erde entweder nur sehr schwer landwirtschaftlich zu erschliessen, indem man unbewohnte Steppen und Wuesten begruent, oder ein grosser Verlust von Natur, indem man Waelder abholzt. Trotzdem findet die Ausbreitung in Steppen (Arabien) und in Waeldern (Brasilien, Indonesien) parallel zu der Ausbreitung der Menschheit in Graslandschaften statt – mit all seinen Problemen. Das ist sehr schade. Es liegt daran, dass unguenstigerweise gerade eine Populationszunahme am Rande grosser Waelder oder Wuesten stattfindet. Wir koennen es nicht aendern.

Von den heutigen 6% Landflaechenverbrauch der Menschheit bis zu den zukuenftigen 33% wird es mindestens 800 Jahre brauchen, wahrscheinlich viel laenger. Wer hier von einem Problem oder einem zeitlichen Druck spricht, kennt die Zahlen der Flaechenverteilung der Erde nicht. Er ueberschaetzt die Groesse des Menschen im Verhaeltnis zu einem gigantischen Planeten wie die Erde. Das ist nicht schlimm, es ist ein typischer, immer wieder anzutreffender Denkfehler. Wir koennen uns einfach planetare Groessen nicht ansatzweise vorstellen. Deshalb gibt es Zahlen. Interessanterweise liest man manchmal in der Presse, die Meinung, dass bereits heute ein Drittel der Erdoberflaeche fuer Landwirtschaft genutzt wuerden. Auch wenn die Vertreter vielleicht Landflaeche mit Erdoberflaeche gleichsetzen, leben sie mindestens 800 Jahre in der Zukunft bei einer zehnfachen Anzahl von Menschen. Mir ist schon klar, wie manche auf diese Prozentwerte kommen: sie homogenisieren die Bevoelkerungsdichten.

Eine massive Ueberbevoelkerung kann es nicht geben, weil die Population sich nach dem Nahrungsangebot richtet. Das ist bei jeder Spezies so und damit natuerlich auch beim Menschen. Gibt es weniger Nahrung gibt es weniger Menschen, gibt es mehr Nahrung, gibt es mehr Menschen. Und es ist berechenbar, dass wir mit unserer heutigen verfuegbaren landwirtschaftlichen Technik ueber Jahrtausende hunderte Milliarden Menschen werden sehr gut ernaehren koennen, ohne auf zukuenftige Technologien angewiesen zu sein. Damit faellt das Weltproblem Ueberbevoelkerung meiner Meinung nach in die Kategorie „im Prinzip geloest“ und die Problemloesung „liegt seit Jahrzehnten vor“.

Weltenergieproblem

Am 1. November 2012 jaehrt sich die Verfuegbarkeit der Kernfusion zum 60. Mal. Diese Energiequelle ermoeglicht es uns heute, wenn wir dies wollen, fuer alle Zeit nahezu grenzenlos billige, oekologische, einfach verfuegbare, elektrische Energie zu produzieren. Die technische Umsetzung dazu lag seit etwa 40 Jahren vor unseren Augen offen und bereit. Vielleicht haben wir einfach durch die Hektik an der taeglichen Arbeit zur Loesung der vielen Menschheitsprobleme, diese einfachste Loesung des Weltenergieproblems bis heute uebersehen. Wahrscheinlich hatten wir aber einfach nur grosse Angst vor der verfuegbaren Kernfusion. Wir glauben bis heute, es muesse kleinere, harmlosere Loesungen geben, waehrend unsere Forschungsreaktoren wachsen und wachsen und absehbar noch lange keine relevante Energie abwerfen, weil auch die uebernaechsten Planungen noch viel zu klein sind.

Aus Angst, vor dieser maechtigen Energiequelle, die in den falschen Haenden in der Lage ist, alles zu verschlingen, haben wir uns ihr niemals wirklich genaehert. Wir besassen sie, aber hielten sie verschlossen wie die Buechse der Pandora. Das ist eine falsch begruendete Furcht. Sie ist weder gut noch boese. Es handelte sich bei ihr nur um eine Art Steinaxt in ihrer ultimativen Version von planetarer Dimension. Eine toedliche Waffe und gleichzeitig ein auesserst nuetzliches Werkzeug, wie fast alles, was uns im Laufe von zwei Millionen Jahren unter die Haende kam. Natuerlich darf man sie nicht auf der Erde einsetzen. Das waere ja verrueckt.

Seit dem Juni 2012 existiert ein Plan, einer simplen, praktischen und funktionierenden Umsetzung auf unserem Erdmond, die diese nahezu unendliche Energiequelle aus Wasserstoff einfach, sicher und oekologisch nutzbar macht und Staedten auf der Erde zufuehrt [4]. Die notwendigen Kraftwerke koennen nach einer kurzen Vorbereitungszeit, in dem der Bau von Transportgeraeten, Uebertragungsstationen und Landerschliessung stattfindet, guenstigstenfalls von nun an in etwa vier bis fuenf Jahren in Betrieb genommen werden. Wer das Weltenergieproblem nach der Beschaeftigung mit dieser simplen Idee, immer noch sieht, der bringe den physikalischen Beweis, dass dieses aeusserst primitive Dampfkraftwerk nicht funktionieren wird, und nicht den billigsten elektrischen Strom aller Zeiten liefern wird. Ich denke, die Loesung des Weltenergieproblems „liegt seit Jahrzehnten vor“, spaetestens jedoch seit dem Juni 2012, ist also auf jeden Fall „im Prinzip geloest“.

Wachstumsbeschraenkung

Am 6. Oktober 1995 wurde 51 Pegasi b von Michel Mayor und Didier Queloz entdeckt [5]. Seit dem wurden in unmittelbarer Naehe des Sonnensystems ueber 1000 extrasolare Planeten entdeckt [6]. Unter diesen Planeten sind jetzt mindestens drei Kandidaten fuer einen der Erde aehnlichen Planeten mit Oberflaechentemperaturen, die Ozeane ermoeglichen [7]. Es handelt sich sozusagen um die Erden II, III und IV. Das Bewusstsein um das Vorhandensein anderer Welten ist fuer unser eigenes Selbstempfinden von grosser Bedeutung. Es beweist uns, wir sind nicht allein im Universum. Andere Welten, andere Lebewesen existieren. Das Wachstum der Menschheit ist vor dem Hintergrund des finanziellen Aufwandes zur Erreichung dieser Welten um Groessenordnungen zu gering. Es wird nie gross genug sein koennen, denn der Weltraum und die Anzahl der bewohnbaren Welten scheint unendlich gross.

Von absoluten Grenzen des Wachstums [8] zu sprechen, macht bei einer Gesellschaft, die sich freiwillig auf ihren Stammplaneten beschraenkt, vielleicht Sinn. Solche Wachstumsbeschraenkungen sind jedoch schon beim Gedanken einer interplanetaren Gesellschaft nur noch ein philosophisches Problem einer fernen Zukunft in hundert Tausend Jahren. Spaetestens bei der Vorstellung einer moeglichen interstellaren Gesellschaft wird der Begriff einer Wachstumsbeschraenkung ein sinnloser, egozentrischer, kleingeistiger und eigentlich ziemlich schwachsinniger Begriff.

Da der Club of Rome seine Theorie von den Grenzen des Wachstums 1972 aufstellte [8], als das Raumfahrtzeitalter laengst begonnen hatte, ja sogar Menschen bereits auf dem Mond landeten, muessen die Mitglieder dieses Clubs von so unsaeglicher Ignoranz beseelt gewesen sein, dass man es kaum fassen kann. Mir fallen hier nur bestimmte Wissenschaftler in Pierre Boulles „La planète des singes“ als Vergleich ein. Der Begriff einer Wachstumsbeschraenkung der Menschheit war somit schon bei seiner Erfindung logisch falsch. Es hat eine Wachstumsbeschraenkung der Menschheit niemals gegeben und es wird sie natuerlich auch niemals geben. Wo sollen diese Grenzen sein, wer kann sie uns zeigen, wenn wir nachts in den Himmel sehen?

Im Jahre 1968 veroeffentlichte Freeman Dyson einen Aufsatz, in dem er praesentierte, wie man sehr einfach einen interstellaren Raumfahrtantrieb mit thermonuklearen Hohlladungen bauen kann [9]. Dieser Antrieb basiert nicht auf Hypothesen, er ist real [12]. Er funktioniert, er ist verfuegbar und er ist so gut, dass alternative Methoden der Kernfusion, wie Laser-Traegheits-Fusion oder Magneteinschluss-Plasma-Fusion, noch sehr lange, wahrscheinlich viele Jahrhunderte bis einige Jahrtausende benoetigen werden, um in seinen Leistungsbereich vorzustossen – wenn ueberhaupt jemals. In eingeweihten Kreisen, zu denen ich mich auch zaehlen darf, gilt dieser Antrieb seit seiner Erfindung durch Dyson als der „Interstellare Standardantrieb“. Nichts, was ihm auch nur annaehernd hypothetisch das Wasser reichen koennte. Ob Dyson sich beim Schreiben seines Aufsatzes der grossen Bedeutung dieser Erfindung bewusst war, ist schwer zu sagen. Aber eines ist sicher: Freeman Dyson hat uns das Tor zu den Sternen geoeffnet, und das wird ihm bei zukuenftigen Generationen grossen Ruhm einbringen.

Reisen zu extrasolaren Planeten brauchen ihre Zeit. Aufgrund thermodynamischer Beschraenkungen werden sie immer im Bereich von mehreren Jahrhunderten bis einigen Jahrtausenden liegen [10]. Damit bedarf es einiger weiterer technischer und biologischer Grundvoraussetzungen. Diese sind heute alle erfuellt [10]. Zur Zeit fuerchten wir uns noch vor den unendlichen Abgruenden zwischen den Sternen und vor allem vor unserem eigenen thermonuklearen Antrieb. Er erscheint uns zu maechtig, zu gewaltig. Das wird sich aendern. Was erwarten wir? Er ist geeignet, ferne Sterne zu erreichen.. Wenn wir uns mit dem Antrieb vertraut machen, koennen wir sofort mit der Besiedlung extrasolarer Planeten beginnen. Alles bewegt sich in den Schranken der bekannten Physik und den technischen Moeglichkeiten. Es gibt somit nichts, was uns davon abhalten koennte. Lesen sie dazu meinen ausfuehrlichen Text [10], wenn Sie das Thema interessiert.

Wachstumsbeschraenkungen haben bereits zu Zeiten der Veroeffentlichung von „Die Grenzen des Wachstums“ 1972 nicht mehr fuer die Menschheit existiert. Es handelte sich bei diesem Begriff bereits bei seiner Geburt um offensichtlich von der Geschichte ueberholtes Gedankengut. Im Fernsehen sah man damals Live-Uebertragungen von auf dem Mond arbeitenden Astronauten und Geologen. Damit ist das Problem der Wachstumsbeschraenkungen, zweifellos das bereits oben erwaehnte Problem, das „nie existiert hat“.

Rohstoffmangel

Der selbe Antrieb Freeman Dysons [9], der es uns ermoeglicht, extrasolare Planeten anderer Sterne zu erreichen, kann aufgrund seiner immensen Leistungsfaehigkeit genutzt werden, innerhalb des Sonnensystem grosse Koerper schnell zu erreichen, schnell zu zerlegen und Teilstuecke effektiv von A nach B zu bugsieren. Damit wird eine Rohstoffversorgung der Erde durch Asteroiden nicht nur machbar sondern auch aeusserst kostenguenstig. Nahezu unendlich leistungsstarke Asteroidenschlepper werden im Sonnensystem kreuzen, und uns Erze in riesigen Mengen liefern. Wie gesagt, der Antrieb dazu existiert seit 1968. Ich moechte noch einmal auf den Aspekt hinweisen, dass es sich um keinen hypothetischen Antrieb handelt [12]. Der Antrieb ist physikalisch real und kann mit grossen Entwicklungsteams nach vier bis fuenf Jahren Entwicklungszeit praktisch verfuegbar gemacht werden.

Zusaetzlich und aus den selben Gruenden, koennen diese Asteroidenschlepper als Nebenprodukt dazu genutzt werden, die Erde gefaehrdende Kometen oder Asteroiden schnell und effektiv aufzuhalten und damit den Fortbestand der Menschheit auf der Erde fuer alle Zeiten zu sichern [10][11].

Mit den Asteroiden stehen uns greossenordnungsmaessig ploetzlich die millionfachen Rohstoffreserven zur Verfuegung, als man sie durch Schuerfen oder Bergbau auf der Erde jemals erreichen koennte. Wer seit der Erfindung des interstellaren thermonuklearen Antriebs von 1968 von einer Gefahr eines moeglichen zukuenftigen Rohstoffmangels redet, muss sich beide Augen und Ohren zugehalten haben. Auch hier gab es wie bei der vorhandenen Kernfusion eine komplette Fehleinschaetzung der Technologie. Man sah nur die Waffe in ihr und uebersah das nuetzliche Werkzeug. Man sah nur den toedlichen Feind, und uebersah den maechtigen Verbuendeten.

Wenn man natuerlich ein falsches, die physikalische Realitaet verzerrendes Weltbild einer Wachstumsbeschraenkung der Menschheit als Problem im Kopf hat, kann man sich einen Rohstoffabbau ausserhalb der Erde ebenso nicht vorstellen wie eine Besiedelung der Sterne und damit wird der Rohstoffmangel zu einer Scheinrealitaet.

Durch den leistungsstarken Kernfusionsantrieb faellt meiner Meinung nach das Problem Rohstoffmangel in die Kategorie „im Prinzip geloest“ und die Problemloesung „liegt seit Jahrzehnten vor“.

Erderwaermung

Mit einer sauberen, nahezu unendlichen Quelle elektrischer Energie [4] wird es ganz von allein innerhalb kurzer Zeit keine fossile CO2-Freisetzung der menschlichen Zivilisation mehr geben. Die Erde wird wie lange vor der menschlichen Zivilisation durch ihre natuerlichen Zyklen von Warm- und Eiszeiten mit Perioden von Jahrzehntausenden hindurchgehen. Es bleibt dann nur noch die historische Frage, ob der Mensch ueberhaupt jemals die Macht besass, planetare Veraenderungen zu bewirken. Planeten wie die Erde sind immerhin gigantische Himmelskoerper. Der Mensch ist klein in seiner relativen Flaechenausdehnung, auch noch in ferner Zukunft [2]. Auch wenn der Mensch in Jahrtausenden einmal bei einer Population von 480 bis 700 Milliarden Menschen bis zu 33% der Landflaeche der Erde besiedeln wuerde, waeren dies immer noch unter 10% der Gesamtflaeche der Erde. Einen relativen Volumen- oder Massenanteil der menschlichen Zivilisation und ihrer Abgase in der planetaren Biosphaere zu ermitteln, lohnt vor dem Hintergrund der Biomasse des Bodens und der Ozeane wohl den Aufwand nicht.

Von allen Menschheitsproblemen in der Liste ist das Problem der Erderwaermung das umstrittenste. Das die Erde allmaehlich wieder einmal waermer wird, ist natuerlich messbare Realitaet, schliesslich war sie ja auch schon oft im Durchschnitt viel waermer als heute. Das wissen wir. Das der Mensch jedoch darauf einen Einfluss haben koennte, wird von vielen Wissenschaftlern aufgrund der Groessenverhaeltnisse stark bezweifelt. Auch haben alle bekannten Modelle der Erderwaermung, die diese mit der Menschheit in Verbindung brachten, versagt. Danach muesste sich durch die steigende CO2-Freisetzung der Menschheit die Erde kontinuierlich weiter erwaermen. Seit zehn Jahren stagniert die Erderwaermung aber [15]. Das heisst nicht, das die Erderwaermung nicht weiter zunehmen wird. Sieht man sich die Temperaturverlaeufe der letzen 500.000 Jahre an, wird die Erdtemperatur in den naechsten ganz grob tausend Jahren noch massiv ansteigen, um dann fuer mehrere zehntausend Jahre wieder massiv zu fallen und in eine Eiszeit ueberzugehen [16]. Das heisst jedoch, dass man mit mathematischer Sicherheit einen Einfluss der Menschheit auf die Erderwaermung ausschliessen kann. Aber wie gesagt die relativen Zahlen des Volumens und der Masse der gesamten menschlichen Zivilisation und ihrer Abgase im Verhaeltnis zur Biomasse des Planeten Erde ist absolut vernachlaessigbar. Also haette man so auch schon seit Jahrzehnten auf dieses Ergebnis kommen koennen ohne die Messwerte der letzten 10 Jahre.

Ich gehe hier mal vorsichtigerweise davon aus, der Mensch wuerde den Prozess der Erwaermung zu seinen Ungunsten beschleunigen. Ist es also ein Problem? Nein, denn das Problem einer moeglichen durch den Menschen beschleunigten Erderwaermung wird sich in kurzer Zeit durch nahezu kostenlose, unerschoepfliche elektrische Energie ganz von selbst loesen. Die Energiequelle ist vorhanden und muss nur eingesetzt werden. Es gilt also fuer die Erderwaermung als Menschheitsproblem meiner Meinung nach mindestens: „im Prinzip geloest“.

Umweltzerstoerung

Die Erde ist und bleibt ein zum groessten Teil wilder Planet und wir werden dies nicht aendern, auch nicht in Jahrtausenden [2]. Wer das nicht glauben kann, der sollte sich mit den Zahlen der Flaechenverteilung der Erde beschaeftigen. Absolute Zahlen, von Landverbrauch, Erodierung, Zerstoerung, die man staendig lesen kann, einmal in Relation zu Gesamtzahlen zu setzen, kann hier zu einem Erkenntnisgewinn beitragen. Sicherlich ist es sehr schade um jeden Verlust zehntausender Hektar wunderbarer Natur. Wir werden diesen Verlust aber niemals aufhalten koennen. Irgendwann wird er von selbst anhalten oder auch nicht. Fusionsenergie und damit verbundener hoher Wohlstand in allen Nationen, kann einen Beitrag leisten, Raubbau zu verhindern, muss es aber nicht. Es gibt viele andere Aspekte, die hier eine Rolle spielen, und von uns nicht beeinflussbar sind, und niemals sein werden. Immer wieder taucht er auf, der gute Don Quijote.

Interessant ist der Aspekt des Recyclings, wenn elektrische Energie sehr kostenguenstig wird: Mit immer billigerem Strom lohnt sich irgendwann jedes Recycling von Wertstoffen, so dass wir unsere Muellberge sehr viel schneller abbauen werden, als wir heute glauben. Das heisst, auch vorhandene Altlasten werden bald schneller verschwinden, als sie sich gebildet haben. Das gilt insbesonder fuer Atommuelllager und ihre kostbaren Rohstoffe. Diese werden als erstes abgebaut werden.

Umweltzerstoerung wird vielleicht in naher Zukunft, vielleicht schon in wenigen hundert Jahren, allenfalls noch Historiker interessieren. Das Problem kann sich mit der oekologischen Kernfusion [4] und der oekologischen Landwirtschaft [1] von selbst loesen. So oder so, wir haben keinen Einfluss darauf. Das beweisen einige Zahlen der letzten Jahrzehnte, in denen in vielen Laendern vergeblich Massnahmen beschlossen und umgesetzt wurden, und wie Tropfen auf dem heissen Stein verdampften. Was sind schon ein paar Billionen Dollar fuer den Umweltschutz gegen die Grundbeduerfnisse von Milliarden Menschen, wenn diese gerade zufaelligerweise dem Umweltschutz entgegenarbeiten? Nichts.

Man kann das Problem Umweltzerstoerung damit meiner Meinung nach noch lange nicht als geloest einstufen. Wir koennen es nicht direkt beeinflussen, aber die Rahmenbedingungen verbessern. Kostenguenstige elektrische Energie und damit verbundener Wohlstand ist der Schluessel zu einer Beendigung von Raubbau und ungebildeter Ignoranz. Sehen wir uns die Entwicklung des Umweltbewusstseins der letzten Jahrzehnte in den wohlhabenden Nationen an, und gehen wir davon aus, dies sei eine typsche Entwicklung, wenn die Grundbeduerfnisse der Bevoelkerung gedeckt sind. Dann koennen wir mit gewisser Wahrscheinlichkeit annehmen, dass sich das globale Problem der Umweltverschmutzung gerade in einem „durch den Menschen nicht kontrollierbaren Selbstloesungsprozess“ befindet.

Armut und Hunger

Armut und Hunger sind aufgrund der Tatsache, dass es keinen landwirtschaftlich technischen Grund gibt, warum die Erde mit ihren heutigen Agrarflaechen nicht mindestens 7,4 Milliarden Menschen vollwertig und gesund oekologisch ernaehren koennte [1], offensichtlich ein logistisches oder volkswirtschaftliches Problem – sicherlich auch ein Bildungsproblem. Umverteilungen und Umsiedlungen der an unguenstigen Orten wachsenden Bevoelkerung gehen nicht von heute auf morgen. Es wird seine Zeit dauern, bis alle Menschen in der Naehe der fruchtbaren Ackerlaender leben werden.

Heute liegen ganze 30% der vorhandenen Agrarflaechen der Erde ungenutzt brach, weil in deren Gebieten einfach keine Abnehmer leben. 38% der Agrarflaechen der Erde werden von Ungebildeten auf einem mittelalterlichen Stand bewirtschaftet. Der fruchtbare Boden leidet darunter und die Ertraege werden weiter abnehmen, bis diese Bauern endlich durch ihre gebildeten Nachfahren ganz natuerlich durch den Generationswechsel ersetzt werden. Im besten Fall sind dies ihre Kinder, die grundlegende agrarwissenschaftliche Erkenntnisse erlernen konnten, im schlechteren Fall ihre Urenkel.

Gerade bei Armut und Hunger muessen wir uns aufgrund der Lebenskraft und des Ueberlebenswillens der Menschen keine Gedanken machen, dass die Selbstorganisation der Betroffenen nicht langfristig zu einer Deckung ihrer Grundbeduerfnisse fuehren wird. Wer glaubt, man koenne dies zentralistisch oder von Aussen steuern oder beschleunigen und zum Positiven hin fuehren, der irrt und mischt sich (meist unerwuenscht) nur in fremde Angelegenheiten ein. Meist stammt solcherlei Denken entweder aus einem chauvinistischen, kolonialistischen Ueberlegenheitsgefuehl oder im guenstigsten Fall aus einem uebertriebenen Sorgebeduerfnis heraus. Man kann die positiven konstruktiven Kraefte unterstuetzen, das ist alles. Selbst eine sogenannte „Hilfe zur Selbsthilfe“ stellt meist schon eine Manipulation und Zerstoerung der Selbstheilungskraefte einer Region dar, weil diese Hilfen die Regionen und Menschen meist aus dem falschen Ansatz heraus angehen, deren Entwicklung muesse zwangslaeufig wie einst unsere Entwicklung ablaufen.

Es ist demnach Unsinn, zu glauben, ein Mensch oder eine Regierung koenne Armut und Hunger in der Welt effektiv bekaempfen. Diese Probleme loesen sich durch Selbstorganisation innerhalb der Zivilisation von alleine oder gar nicht. Gegenbeweis: Wer hat die ersten Bauern entwickelt, wenn nicht sie sich selbst? Wenn unsere Vorfahren dies konnten, dann koennen dies andere Menschen genauso gut. Etwas anderes zu glauben ist reiner Chauvinismus. Jeder Einzelne Bauer wird selbst fuer sein eigenes Ueberleben sorgen. Der Gesamtprozess ist nicht steuerbar, so befinden sich Armut und Hunger definitiv in einem „durch den Menschen nicht kontrollierbaren Selbstloesungsprozess“.

Religioeser & ideologischer Fanatismus

Religioeser Fanatismus definiert sich in der Unfaehigkeit oder dem Unwillen neben den eigenen Goettern andere zuzulassen und die eigene Religion in letzter Konsequenz ueber alle Vernunft zu stellen. Die Anhaenger anderer Goetter werden als Unglaeubige und weniger lebensberechtigt als man selbst eingestuft, mit der logischen Konsequenz, dass es vor den eigenen Goettern, trotz einer eventuell vorhandenen Friedfertigkeit innerhalb der eigenen Religion, somit keine Suende oder Straftat darstelllen wuerde, diese weniger lebensberechtigten Unglaeubigen zu toeten. Und letzeres tun religioese Fanatiker ganz schlicht am liebsten. Es ist die innere Lust am Toeten, die manche Menschen in sich tragen, das Alibi sich selbst gegenueber ist in diesem Fall der Unglaube. Gerne garnieren religioese Fanatiker diese Begruendung noch zusaetzlich mit einer Verantwortung fuer einige der Weltprobleme aus der obigen Liste, die ihre definierten Glaubensfeinde truegen. Und das ist der eigentliche Grund warum ihnen leider viel zu viele Menschen folgen.

Religionen koennen eine schoene Bereicherung im Leben sein. Sie sind ein Teil der Zivilisation, Kultur, Tradition, sozialer und zwischenmenschlicher Rueckhalt und Quell mentaler und psychischer Staerke. Obwohl ich in der katholischen Tradition erzogen wurde und heute Atheist bin, weil ich keine Religion mehr brauche um eine spirituelle, traditionelle oder kulturelle Stabilitaet zu bewahren, so war es interessanterweise die Begegnung mit der juedischen Religion, die mir in den letzten Jahren einen Weg der Akzeptanz, der Toleranz und des Verstaendnisses gegenueber allen Religionen, auch dem Islam, gezeigt hat. Das spirituelle Beduerfnis des Menschen ist gross. Es war immer da und es wird immer bleiben. Es ist ein Grundbeduerfnis des Menschen wie der Hunger nach Nahrung.

Andere Menschen fuer ihren persoenlichen Weg zur Befriedigung ihrer Spiritualitaet, wie auch immer, zu verachten ist dumm. Es ist aber auch dumm, seinen eigenen rationalen, wissenschaftlichen Verstand unter die Religionen zu stellen. Wer die Wahrheiten des Lebens in den Religionen sucht, sucht an der falschen Stelle. Der rationale Verstand ist das hoechste was die Entwicklung des Lebens in zwei Millionen Jahren in uns und an uns vollbracht hat. Wir haben hunderte, nein tausende Religionsgemeinschaften kommen und gehen sehen. Wir haben mit ihnen gelebt, um unser spirituelles Beduerfnis zu befriedigen. Aber unser Verstand war immer da und er war unabhaengig und frei. Somit ist es unlogisch, seinen Verstand einer Religion unterzuordnen. Erst kommt der rationale Verstand, dann kommt die Spiritualitaet.

Unsere heutigen Weltreligionen sind nach ihren Kalendern zwischen 1400 und 5700 Jahre alt. Unser Verstand, unser rationaler Geist ist viel aelter, mindestens hundert mal aelter. Hier gilt das Recht des vorher da gewesenen. So einfach ist das. Und alles andere macht keinen Sinn. Nur aus einem solchen Denken heraus kann eine wahre Toleranz gegenueber allen Religionen entstehen: alle sind gleich gegenueber der Ratio – wissend dass die Ratio nicht alles erklaeren kann und damit selten ohne die Religion gluecklich wird.

Ideologischer Fanatismus ist noch einfacher zu erklaeren als religioeser Fanatismus. Hier wird gesagt, die eigene Ideologie biete als einzige die Moeglichkeit die Weltprobleme der oberen Liste zu loesen. Alle anderen Weltsichten koennten dies nicht, nein, sie wuerden die Probleme noch weiter verschlimmern. Damit waere es ein Dienst an der Menschheit, die Anhaenger der anderen Weltsichten zu eliminieren. Damit begruenden die ideologischen Fanatiker das, was sie ebenfalls wie die anderen Fanatiker am liebsten tun: toeten. Und damit reihen sie sich in den offiziellen Begruendungskatalog fuer die Lust am Morden gleich neben falscher Religion und falscher Rasse mit der Begruendung der falschen Weltsicht ein.

Eine Lebensberechtigung mit der besseren oder schlechteren Loesung fuer Weltprobleme zu koppeln, die moeglicherweise nicht existieren, ist schlichtweg Wahnsinn. Man sollte schon mindestens zweifelsfrei mathematisch beweisen koennen, dass es diese Probleme ueberhaupt gibt, bevor man anfaengt, sie nur als Bemessensgrundlage zu nutzen. Kann man es nicht beweisen, macht man sein eigenes Weltbild an einem moeglichen Trugbild fest und toetet wahrscheinlich willkuerlich – einfach so. Und selbst, wenn es eindeutige Beweise gaebe, bleibt es ein niedertraechtiges, dem Menschen unwuerdiges Vorgehen, seine politischen Gegner kaltbluetig zu ermorden. Ich glaube, dass den Moerdern, ob ideologischen oder religioesen Ursprungs, die Begruendung fuer ihr Tun nur als Alibi – auch vor sich selbst – dient. Eigentlich geht es um etwas ganz anderes: die dunkle Seite der menschlichen Seele.

Mit der weiteren Ausbreitung von Bildung, philosophischer Aufklaerung und Demokratie wird der religioese und ideologische Fanatismus langsam ganz von alleine verkuemmern. Wahnsinnige Moerder werden immer weniger unaufgeklaerte, indoktrinierte, leicht zu manipulierende Jugendliche als Kanonenfutter oder Selbstmordattentaeter von deren Eltern zur Verfuegung gestellt bekommen. Die Eltern tragen letztendlich die Verantwortung, die ihre Kinder fern von aufklaererischen Gedanken in einer Scheinwelt aufwachsen lassen.

Insbesondere aber das Annehmen des Gedankens, dass die Probleme der Menschheit sich aufgrund universeller Prinzipien des Lebens von selbst loesen, und wir Menschen keinerlei Einfluss darauf haben, wird die ideologischen und religioesen Fanatiker ausmerzen. Vor dem Hintergrund einer solchen der Natur und dem Kosmos vertrauenden Einstellung, ist es unsinnig, sich gegenseitig die Schuld und Verantwortung fuer selbst definierte Weltprobleme zuzusprechen [14]. Damit wird den ideologischen Fanatikern komplett und den religioesen Fanatikern zum groessten Teil der Wind aus den Segeln genommen.

Wer sich mit den zeitgenoessischen philosophischen Utopien der Menschheit etwas auskennt, dem wird an dieser Stelle vielleicht ein Name eingefallen sein: John Lennon. Seine Philosophie war etwas anders, aber das Grundprinzip des sich selbst erschaffenden Problems, das zum Ausloeser fuer das Leid in der Welt wird, ist das Selbe. Wenn der Glaube an die Weltprobleme mit der Zeit verschwindet, wird auch das politische und religioese Morden mit der Zeit verschwinden. Wir muessen die unkontrollierbare Energie von Angst, Verzweiflung, Hektik und Hysterie in dem dynamischen System Menschheit jetzt daempfen und nicht immer weiter anregen.

Um so intensiver der Glaube an Probleme um so intensiver der Glaube an radikale Loesungen. Um so mehr die Menschheit an die obigen existenzgefaehrdenden Probleme glaubt, um so mehr werden ihre radikalen Kraefte und deren Anfuehrer, mit dem Alibi, die Probleme schnell loesen zu wollen, diese Probleme noch weiter vergroessern. Der religioese und idiologische Fanatismus handelt damit ganz im Sinne einer klassischen „selbsterfuellenden Prophezeiung“.

Nukleare Bedrohung

a) Die zivile nuklear Bedrohung durch Atomkraft

Die zivile nukleare Bedrohung besteht aus der Gefahr eines nuklearen Unfalls von globalem Ausmass. Die Erfahrung lehrt uns heute, dass so etwas im Durchschnitt im Abstand von Jahrzehnten passiert. Die Opferzahlen koennen je nach Groesse des Unfalls und Windrichtung von einigen Strahlungskranken bis hin zu vielen zehntausend Toten schwanken.

Das Vorhandensein einer oekologischen, unerschoepflichen Kernenergiequelle [4], wie unter Weltenergieproblem beschrieben, wird die zivile nukleare Bedrohung auf der Erde letztendlich verschwinden lassen. Dies wird vor allem deshalb geschehen, weil die Energiepreise der neuen lunaren Fusionskraftwerke weit unter dem Energiepreis der irdischen Atomkraft und allen anderen erdgestuetzten Energiequellen liegen. Die Kosten dieser neuen Fusionskraftwerke steigen flach mit wachsender Groesse der Kammern, die selbst wiederum sehr kostenguenstig herzustellen sind. Damit wird der Strom mit wachsender Groesse der Anlagen immer billiger. Das Problem der zivilen nuklearen Bedrohung ist meiner Meinung nach somit „im Prinzip geloest“, es ist nur noch ein „Anstoss notwendig“, danach ist es noch eine Frage der Zeit.

b) Die militaerische nukleare Bedrohung

Die militaerische nukleare Bedrohung besteht aus mehreren Komponenten, die aus einfachen strategischen Ueberlegungen herruehren, die ich im folgenden kurz erklaeren werde:

1. Die erste Komponente der militaerischen nuklearen Bedrohung besteht aus dem Missbrauch einer nuklearen Ueberlegenheit. Der Gegner verfuegt ueber keine Zweitschlagfaehigkeit und wird mit einem Angriff ueberrascht, oder er besitzt selbst ueberhaupt keine Nuklearwaffen.

2. Die zweite Komponente besteht aus der Gefahr, eines ungewollten Erstschlags, obwohl der Gegner ueber eine Zweitschlagfaehigkeit verfuegt. Absichtlich wird man dies wohl nicht tun, wenn man bei Verstand ist, weil der Gegenschlag automatisch zur eigenen Vernichtung fuehrt.

3. Das bringt uns gleich zur dritten Komponente, des Ignorierens der Zweitschlagfaehigkeit des Gegners aus ideologischen oder religioesen Gruenden. Die Geschichte hat uns gelehrt, dass Despoten ihr Volk schon in den Massensuizid gefuehrt haben, wohlwissend, dass ein Krieg nicht gewonnen werden konnte, nur um die eigene Ideologie bis in den Tod nicht als gescheitert erklaeren zu muessen.

4. Die vierte und gefaehrlichste Komponente ist der Diebstahl von Nuklearwaffen durch Terroristen, die aufgrund ihrer ideologischen oder religoesen, gewaltbereiten, fatalistischen Einstellung diese Nuklearwaffen dann natuerlich auch einsetzen werden.

Zur ersten Komponente moechte ich mich nicht weiter aeussern, ausser dass sie sich offensichtlich in einem „durch den Menschen nicht kontrollierbaren Selbstloesungsprozess“ befindet. Wir muessen wohl noch einige Zeit mit der zweiten und dritten Komponente dieser Bedrohung leben. Strategen sind der Ansicht, dass die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Erstschlag kommt, aeusserst Gering ist, soweit die Gegner jeweils ueber eine Zweitschlagfaehigkeit verfuegen. Trotzdem wird die Zivilisation sich selbst durch eine interplanetare Ausbreitung in Zukunft vor einer Anihilation durch ein Versehen oder durch den Mutwillen von Ideologen bewahren.

Terroristen kann der Zugang zu Nuklearwaffen erschwert und versperrt werden, wenn man sie in lebensfeindlichen Gebieten, wie zum Beispiel auf anderen Himmelkoerpern, stationiert, die man nur mit sehr hohem finanziellen Aufwand erreichen kann. Da Terroristen meist ueber beschraenkte finanzielle Mittel verfuegen, zumindest nicht vergleichbar mit einem Staat, duerfte dieser Ansatz logischerweise ziemlich gut funktionieren. Eine Loesung ist hier also „im Prinzip vorhanden“, es ist aber „ein Anstoss notwendig“, der in diesem Fall mit einer Wiederaufnahme von internationalen Verhandlungen beginnen muesste. Wir kennen ja die internationale Vertragslage, was die Stationierung von Nuklearwaffen auf anderen Himmelskoerpern betrifft. Da es aber bald Zeit wird, sich wieder wegen des Orion-Antriebs gemeinsam an den Verhandlungstisch zu setzen, koennte man auch diese Problematik dort erlaeutern und sich auf eine Loesung einigen. Der Orion-Antrieb muss wieder erlaubt werden, damit wir ihn als Asteroidenschlepper, Kometenschild fuer die Erde, und vor allem als Antrieb fuer Sonden zu extrasolaren, erdaehnlichen Planeten einsetzen koennen.

Sobald unsere Gesellschaft in naher Zukunft ausser auf der Erde auch auf dem Mond und dem Mars sicher und nachhaltig Fuss gefasst hat, und damit zu einer interplanetaren Gesellschaft wird, wird auch die nukleare Gefahr abnehmen. Die militaerische nukleare Bedrohung wird somit mit der weiteren Ausbreitung der Menschheit ihre Gefaehrlichkeit nach und nach verlieren und damit ist „eine Loesung absehbar“.

Ergebnisse

Meine Frau, die diesen Text nur angelesen hat, meinte zu mir, ich muesse verrueckt sein, die Probleme der Welt auf zehn Seiten loesen zu wollen. Sie ist philosophisch nicht besonders interessiert, und hat bei den Zahlen der Erdflaechenverteilung schon aufgegeben. Ich will es ihr nicht veruebeln, es muss ja nicht jeden interessieren. Im Grunde ist sie schon lange aufgrund ihrer unerschuetterlich gutgelaunten Natur da, wo ich gerade muehsam hinkomme. Ich meinte zu ihr, das waere in der Tat verrueckt, zu versuchen, die Probleme der Welt auf zehn Seiten zu loesen. Aber, ich entdecke gerade zu meiner voelligen Ueberraschung, dass es hier – wie es aussieht – gar nicht so viel zu loesen gibt. Unsere Vorfahren haben bereits das meiste fuer uns geloest. Fuer unsere spaeteren komischen Ideen konnten sie nichts.

Bei oberflaechlicher Betrachtung aus der Ferne zeigt sich, dass es sich bei den meisten Problemen vielleicht ebenso gut um Scheinprobleme handeln koennte, die so nicht mehr existieren, oder sich in einem allmaehlichen Selbstloesungsprozess befinden. Ein Problem hat sogar mit Sicherheit nie existiert. Ein weiteres der Probleme hat seinen Ursprung aus der Angst um die anderen „Probleme“. Ein typisches selbstverstaerkendes Phaenomen der Angst. Die Psychologen kennen aehnliche Selbstverstaerkungsprozesse bei anderen krankhaften Aengsten. Ich fasse die Ergebnisse kurz zusammen:

  • Ueberbevoelkerung: seit Jahrzehnten im Prinzip geloest
  • Weltenergieproblem: seit Jahrzehnten im Prinzip geloest, definitiv seit Juni 2012, Kraftwerke koennen in 4 bis 5 Jahren gebaut werden
  • Wachstumsbeschraenkung: das Problem, das nie existiert hat
  • Rohstoffmangel: seit Jahrzenten im Prinzip geloest, thermonuklearer Antrieb, der auch geeignet ist, grosse Asteroiden zu bugsieren
  • Erderwaermung: durch die Loesung des Weltenergieproblems im Prinzip geloest, eine Frage der Zeit
  • Umweltzerstoerung: mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem durch den Menschen nicht kontrollierbaren Selbstloesungsprozess,  durch die Loesung des Weltenergieproblems wird die Selbstloesung gefoerdert
  • Armut und Hunger: definitiv schon immer in einem durch den Menschen nicht kontrollierbaren Selbstloesungsprozess
  • Religioeser & ideologischer Fanatismus: vergroessert die anderen Weltprobleme aus der Angst vor diesen Weltproblemen, aehnlich einer klassisch-mythologischen selbsterfuellenden Prophezeiung; kann nur verschwinden, wenn zuerst die Angst vor den Weltproblemen verschwindet
  • Nukleare Bedrohung: noch akut, sobald gewisse Schritte eingeleitet sind, ist eine Loesung absehbar

Damit macht es keinen Sinn, weiter von Problemen zu reden. Probleme, fuer die man mindestens eine Loesung kennt, egal welche es ist, sind keine echten Probleme mehr. Meinungen, die aus Angst, einem Bauchgefuehl, einer fatalistischen Einstellung, Ueberschaetzung des eigenen Einflusses, oder einer mangelnden Erfahrung im Umgang mit grossen Zahlen und Energien resultieren, sind grundsaetzlich anzuzweifeln. Und das sollte der Sinn meines Textes sein: zu zeigen, dass selbst Probleme, auf deren Existenz sich milliarden Menschen geeinigt haben, fuer die es aber keinen mathematischen Beweis gibt, nicht unbedingt existieren muessen. Ein Einigsein von noch so vielen Menschen ist nichts wert in der Mathematik wie in den mathematisch begruendeten Wissenschaften. Die meisten dieser Menschen uebernehmen ihre Meinung eh von den anderen.

Nehmen sie dies zumindest als Gedankenspiel an, mein sehr verehrter Leser. Es wird Ihnen in Ihrem weiteren Leben nochmal von grossem Nutzen sein.

Wenn sie jetzt als hoffentlich ueberzeugter Demokrat empoert ausrufen sollten: Wozu braucht man dann Demokratie? Das sind gefaehrliche Gedanken! Keine Angst, die Antwort ist so einfach: Das meiste im Universum laesst sich nicht berechnen und vorhersehen. Aber Mathematik und mathematische Wissenschaften koennen oft den Entscheidungsspielraum weit eingrenzen, so dass wenigstens keine unsinnigen Alternativen zur Wahl stehen. Wer die Mathematik und mathematischen Wissenschaften jedoch aufgrund ihres Selbsteingestaendnisses der Fehlbarkeit mit der Metaphysik und der Esoterik auf eine Stufe stellt, der verliert alle Entscheidungskompetenz und muss wieder ganz von Vorne anfangen. Das beobachte ich schon mein ganzes Leben um mich herum. Unsere Vorfahren waren zumindest zeitweise viel entscheidungssicherer und -kompetenter als wir es sind. Wer der Demokratie ihre wissenschaftlichen Grundlagen raubt, der verliert die Demokratie. Die Menschen werden mit der Zeit aus Erfahrung feststellen, dass die Entscheidungen fuer sie auf Dauer im Ergebnis schlecht verliefen, und das Vertrauen in die Demokratie aus dieser schlechten Erfahrung heraus verlieren. Dies ist das Ergebnis einer nicht wissenschaftlich fundierten Doktrin, so gut gemeint sie auch war.

Jetzt koennten sie weiter gehen, und nachforschen, ob etwa ein gewisser Wahrheitsgehalt in meinen Aussagen laege. Ich fuer meinen Teil vertraue mir natuerlich selbst, dass meine Aussagen stimmen, denn ich verlasse mich ausschliesslich auf Logik und Zahlen und grundsaetzlich nicht auf Meinungen, wenn es etwas zu entscheiden gibt. Eine schnelle Ueberschlagsrechnung bringt meiner Erfahrung nach immer mehr als die ausgefeilteste, wunderschoen argumentierte, von einer Mehrheit getragene Meinung ungewisser Herkunft. Wichtig ist die Absicherung des Wahrheitsgehaltes der Ausgangsgroessen. Hier tun sich viel gaengige Meinungen schwer.

Zum Thema schnelle Ueberschlagsrechung noch ein paar Worte. Bei den schnellen Ueberschlagsrechnungen ist uebrigens die starke Vereinfachung selten das Problem, diese kann man mit einer Abschaetzung der Fehler ganz gut handhaben und Vereinfachungen sind normal in der Physik. Auch kommt man meistens mit sehr einfacher Mathematik aus. Viel wichtiger ist es, sich genau bewusst zu sein, inwieweit lineare, quadratische, kubische Funktionsverlaeufe, Integrale, einfache lineare Differentialgleichungen erster Ordnung, Transformationen oder einfache Variationsverfahren an das Problem herankommen, in dem Sinne, dass sie sein Verhalten einigermassen widerspiegeln. Wenn man auch das gesamte Repertoir nicht beherrscht, so sollte man sich der Verfahren zumindest bewusst sein. Mehr laesst sich mit einem Blatt Papier auf die Schnelle wohl nicht erledigen, aber das reicht erstaunlicherweise fuer sehr viel. Man darf nur nicht traurig sein, wenn man dann doch mal danebenliegt, und das wird man. Erstens gibt es nun mal Probleme, da ist selbst schon die groesste Vereinfachung haarstraeubend komplex: als Beispiel koennte man die Schwarzschild-Metrik in der ART benennen, einfacher geht es nicht mehr und doch muss man Jahre studieren, bis man diese simpelste Loesung erfassen kann. Zweitens gibt es auch Probleme, die sind zwar einfach, aber „unberechenbar“ in ihrem Verhalten: insbesondere die innere Dynamik von Systemen mit ihren chaotischen und katastrophalen Phaenomenen ist heimtueckisch und kann einen ganz schoen in die Irre fuehren. Man kann sie nicht genug in seinem Modell einsperren oder daempfen. Irgendwann ist das Modell aber so stark vereinfacht, dass es wiederum die Realitaet nicht mehr annaehernd abbildet. Beides kommt sehr selten vor und wer glaubt, man muesse jeden Gedanken erst einmal lange analysieren oder im Computermodell durchrechnen, der irrt gewaltig und verliert mit der Zeit das Gefuehl fuer Zahlen.

Und noch ein paar Worte zu den Ausgangsgroessen: Man muss unbedingt die Ausgangsgroessen sehr kritisch betrachten, auf denen die ansonsten oft logisch und mathematisch richtige Argumentation beruht. Das sollten Sie sich mit der Zeit ebenfalls angewoehnen, verehrter Leser, wenn Sie das nicht schon tun. Ich habe da schon die absurdesten Sachen gesehen. Zum Beispiel heute mal wieder, als ich in einem Blog herumlas, und fand wie jemand sauber und korrekt ausrechnete, dass man fuer die komplette Versorgung der Welt mit Mais zehnmal die Flaeche Australiens braeuchte, und ich haette es fast geglaubt. Bis sich dann herausstellte, dass er bei Mais gleich zu Anfang seiner Rechnung als Ertrag 100kg pro Hektar pro Jahr angenommen hatte, obwohl der Ertrag im Weltdurchschnitt bei 5000kg liegt. Das muss einem erst mal auffallen. Mir war es nur aufgefallen, weil ich die Ertragswerte noch im Hinterkopf hatte, weil ich mich neulich mit der Thematik beschaeftigt hatte. Und trotzdem waren die rechnerisch richtigen Ergebnisse des Herrn durch seine falschen Annahmen um den Faktor 50 falsch. Besser man hinterfragt grundsaetzlich alle Ausgangsgroessen.

Das bringt mich zu der Frage: welche von unseren sogenannten Weltproblemen, waren jemals echte Probleme, also Probleme von grosser Wichtigkeit, die mit Sicherheit auch ausserhalb der Koepfe der Glaeubigen existierten? Hier ist die Antwort:

  • Weltenergieproblem
  • Umweltzerstoerung
  • Armut und Hunger
  • Religioeser & ideologischer Fanatismus
  • Nukleare Bedrohung

Folgende Probleme wurden von der allgemeinen Meinung lediglich zu grossen Problemen erhoben, das heisst es gab sie entweder nie oder sie waren von geringer Bedeutung:

  • Ueberbevoelkerung
  • Wachstumsbeschraenkung
  • Rohstoffmangel
  • Erderwaermung

Wachstumsbeschraenkung existierte niemals als Problem. Das Scheinproblem Rohstoffmangel hing direkt mit der Vorstellung der Wachstumsbeschraenkung zusammen. Die Idee von einer Uebervoelkerung ignorierte erstens die Zahlen der Flaechenverteilung der Erde, zweitens gaengige landwirtschaftliche Produktionsmethoden und drittens grundsaetzliche popululationsoekologische Zusammenhaenge. Aber sicherlich spielte auch hier ein Gefuehl der Enge aus dem Glauben an eine Wachstumsbeschraenkung eine gewisse Rolle. Der Glaube des Einflusses der menschlichen Zivilisation auf die natuerlichen, extremen Temperaturaenderungen der Erde ueber die Jahrmillionen erscheint anmassend und ignoriert die relativen Zahlen von Volumen und Masse der menschlichen Zivilisation gegenueber der Biosphaere in der Oekosphaere und vor allem die weltweiten Temperaturmessungen der letzten Dekade [15]. Der Mensch denkt sich groesser als er ist. Die Erderwaermung existiert, aber wir haben nichts damit zu tun und koennen auch nichts und gar nichts dagegen ausrichten.

Eine technische Loesung fuer das Weltenergieproblem lag Jahrzehnte vor unseren Augen und liegt als Plan seit Juni 2012 vor. Die Umweltzerstoerung ist ein Phaenomen von solcher Groesse, das wir es nicht direkt beeinflussen koennen, dass sich aber mit hoher Wahrscheinlichkeit durch den Wohlstand einer Gesellschaft selbst reguliert. Armut und Hunger sind ebenfalls als Phaenomene unkontrollierbar gross, entziehen sich damit komplett unserem Einfluss, und koennen sich somit ebenfalls nur selbst regulieren. Damit haben wir uns diese Probleme nur freiwillig aufgebuerdet, obwohl wir ihnen klein und machtlos gegenueber ausgeliefert sind – so Mitleid und Sympathie erweckend wie ein Kind, das versucht mit seinem vom Ufer aus begonnenen Dammbau einen Fluss umzuleiten.

Der religioese und ideologische Fanatismus ist eine Folge der Angst vor der Welt, die wir jeden Tag mit der Litanei der Weltprobleme schueren.

Die nukleare Bedrohung kann nur verschwinden, wenn wir wachsen und uns ausbreiten, sonst werden wir uns frueher oder spaeter auf der Erde zumindest zum Teil selbst in die Luft sprengen. Das ist weniger schlimm, wenn man ueber genuegend Alternativen verfuegt. Nur, keine Alternativen zu besitzen, das ist sehr schlimm. Sicherlich hat die Idee von der Wachstumsbeschraenkung der Menschheit die Angst vor der nuklearen Bedrohung immens geschuert: danach waeren wir – auf der Erde eingesperrrt – frueher oder spater mit Sicherheit gegrillt worden. Wer glaubt, ein militaerischer Stratege wuerde seinen Trumpf jemals freiwillig aus der Hand geben, wer zusaetzlich glaubt, es wuerde eines Tages keine militaerischen Strategen mehr geben, wer daher glaubt, die Menschheit wuerde ihre Nuklearwaffen jemals aufgeben, der kennt die Menschen nicht. Vergessen wir diesen Bloedsinn und machen wir das Beste aus unserer gefaehrlichsten Technologie: verbannen wir mal den staendigen Gedanken des Koepfe einschlagens und die schrecklichen Bilder, wenn wir auf den Tomahawk in unserer Hand sehen. Was kann man mit der Axt ausser toeten sonst noch tun?

Konsequenzen

Ich weiss, die Zahlen sprechen fuer meine Interpretation der sogenannten Weltprobleme. Den Wahrheitsgehalt von Zahlen und die Plausibilitaet der Ausgangsgroessen kann man ja direkt ueberpruefen, falls sie dem gerne Glauben schenken wuerden. Tun sie das oder lassen sie es und glauben Sie, was sie wollen. Auch wenn die Zahlen dafuer sprechen, muss es nicht unbedingt stimmen, was ich sage, aber die Wahrscheinlichkeit wird hoch.

Damit komme ich fuer mich – und das reicht mir voellig, zu folgendem ueberraschend schoenen, ja wunderbaren und beruhigenden Ergebnis:

Der Ueberlebenskampf der Menschheit dauerte zwei Millionen Jahre. Der Kampf ist seit einem halben Jahrhundert vorbei. Wir leben und sind frei, fuer alle Zeit, bis zum Ende des Universums.

Wir sind das Kaempfen noch viel zu sehr gewohnt, dass wir dies realisieren koennen und buerden uns selbst Weltprobleme auf, die es zu loesen gaelte, die so entweder schon lange nicht mehr existieren, bereits in der Selbstloesungsphase sind, oder deren Problemloesung nur noch angestossen werden muss – was wir selbstverstaendlich nicht tun. Denn wir wollen diese Probleme unbedingt um uns sehen, damit wir etwas haben, fuer das es sich zu Kaempfen lohnt. Trotz grossen Mitgefuehls und Verstaendnisses fuer diese Kampfbereitschaft und diesen Mut, und den Willen sich jedem Problem zu stellen, muss ich die Wahrheit hier aussprechen, auch wenn es den tatkraeftigen und mutigen Kaempfernaturen nicht gefallen wird: der Krieg ist vorbei.

Ich will mit meinem Text keinesfalls eine passive und ignorante Lebenseinstellung unterstuetzen, eine Mentalitaet die die Schoepfung, ihren Wert und ihre Schoenheit ignoriert. Dies waere eine komplette Fehlinterpretation meiner Worte. Im Gegenteil, wir sollten die Chance nutzen, wenn wir den Ueberlebenskampf der Spezies Mensch nun mit unseren letzten und groessten Werkzeugen ein fuer allemal beenden, uns den wirklich wichtigen Dingen zuzuwenden: Liebe, Freundschaft, Toleranz, Neugierde, Wissenschaft, Mathematik, Philosophie, Kunst, Harmonie mit uns selbst, mit der Natur, dem Kosmos und dem Mitmenschen. Der Krieg ist vorbei. Wir haben gesiegt. Wir sind frei. Wir koennen unsere maechtigen Waffen nun zu Pflugscharen umschmieden. Wenn sie sich darunter nichts vorstellen koennen, dann sehen sie sich zum Beispiel diesen Film der BBC an [12] oder lesen sie meinen Artikel [4]. Unsere Vorurteile lassen uns vor Angst erstarren und unsere Angst macht uns letztendlich unfrei.

Es macht keinen Sinn mehr, Idealen hinterherzulaufen. Wen will man von was ueberzeugen? Was machen die Anderen falsch? Ich habe in diesem Text gezeigt: die Anderen machen genausowenig falsch, wie Du und ich. Denn alles ist in Ordnung wie es ist und es ist perfekt.

Die Probleme der Welt sind nur eine Sicht der Welt. Eine von vielen. Entweder ich habe noch die Menschheitsprobleme in meinem Kopf und bin ein idealistischer Kaempfer im Dienste der guten Sache, dann weiss ich genau was falsch und was richtig ist. Oder ich habe diese Probleme nicht mehr, weil ich einsehen musste, dass kein Mensch sie loesen kann, denn sie koennen sich nur mit der Zeit von selbst loesen. Was ist dann noch richtig? Was ist dann noch falsch? Welchem Ideal will ich noch dienen? Muss ich einem Ideal dienen? Muss ich dienen?

Aktionismus aus Idealismus macht keinen Sinn mehr, wenn man einsieht: wir haben keinerlei Einfluss auf kosmische Groessen. Und zu diesen kosmischen Groessen gehoert die Entwicklung des Lebens im Universum. Auch die gesamte Menschheit ist im Verhaeltnis zu planetaren und stellaren Mechanismen zwergenhaft machtlos. Die Natur geht ihren Lauf und loest unsere Probleme von alleine, weil sie uns am Leben erhaelt, weil sie uns dringend braucht. Warum sie uns dringend braucht werde ich an anderer Stelle, wissenschaftlich begruendbar erklaeren. Hier ist jetzt nicht der Platz und nicht der richtige Zeitpunkt.

Am 1. November dieses Jahres jaehrt sich die Bereitstellung der Kernfusion zum 60. Mal. Seit 1968 existiert ein Antrieb, mit dem man fremde Sterne und extrasolare Planeten erreicht. Wir haben damit alles, was man braucht, um jeden Punkt im Universum erreichen zu koennen. Und wir haben unendlich viel Zeit zur Verfuegung.

Der Zeitaspekt ist der wichtigste Aspekt dieser Erkenntnis. Von nun an koennen wir uns beliebig viel Zeit nehmen. Nichts, was uns noch in einen Zugzwang, unter einen Druck braechte. Keine Uhr, die noch tickt. Alle Uhren sind seit Jahrzehnten stehengeblieben [13]. Gibt es einen Grund, warum wir nicht unendlich viel Zeit zur Verfuegung haetten, wenn alle Probleme geloest sind?

Stattdessen erfinden wir scheinbare Weltprobleme, die wir unbedingt loesen muessen, und rennen hektisch hin und her, und sehen vor Baeumen den Wald nicht mehr. Das sollten wir aber – als Primaten. Ich hoffe, zumindest Sie, mein hochgeschaetzter Leser, bleiben nun einfach stehen. Bleiben Sie stehen, nicht nur ein paar Minuten, nein fuer immer, denn Sie haben nun alle Zeit der Welt. Lassen Sie die Anderen an sich vorbeirauschen. Keine Angst, Sie bleiben nicht lange einsam. Die kommen wieder, denn sie haben keine feste Richtung und kein Ziel. Das werden Sie nach kurzer Zeit merken. Nun entspannen Sie sich, ausserhalb des Trubels, holen Sie endlich mal tief Luft. Geben Sie sich und Ihrem gehetzten Verstand eine Chance. Vergessen Sie einfach alles, was man Ihnen erzaehlt hat. Sehen sie sich um. Sie stehen im Paradies.

Wenn sie die Zeit und Musse haben, sich mit diesen Gedanken meines Textes zu beschaeftigen, dann stehen sie im Paradies. Verstehen sie, was ich meine? Andere Menschen, die noch tatsaechlich taeglich um ihr Ueberleben kaempfen muessen, sind noch nicht im Paradies angekommen. Aber sie werden auch ankommen, aus eigener Kraft. Denen, die wie Sie, ebenfalls im Paradies stehen koennten, und stattdessen von selbst erfundenen Weltproblemen gehetzt wild und hysterisch hin und her rennen, koennen wir leider nicht helfen, denn sie wollen es ja so. Wenn dies unser Paradies ist, vielleicht ist das ja ihre Hoelle oder ihr Fegefeuer? Sicherlich ein interessanter theologischer Aspekt. Es laesst sich heute schlecht sagen, ob sie jemals mit ihrem boesen Spiel aufhoeren werden.

Das muss uns aber nicht weiter interessieren, wir koennen trotzdem gemuetlich unsere Fusionskraftwerke und Sternenschiffe bauen, weil wir ja viel Zeit haben. Wir brauchen nicht einmal Computer dazu. Analoge Regler reichen voellig aus. Ja, wirklich! Ich erfreue mich jeden Tag an dieser Einfachheit des Fusionskraftwerks und des Sternenschiffs. Sie sind perfekt.

Die Probleme der Welt sind zum groessten Teil lange geloest oder loesen sich genau in diesem Moment, indem Sie diesen Text lesen, ganz von Alleine. Es ist ein Prozess des Lebens an sich. Kein Mensch hat einen Einfluss darauf. Jede Zivilisation im Universum wird dies aehnlich durchleben. Auch dort wird niemand gebraucht, das Leben zu bewahren. Das Leben bewahrt sich selbst. Nichts und niemand hat auf irgend jemanden gewartet, nicht auf mich, und auch nicht auf Sie.

Meine kurze Bilanz unserer Epoche lautet: Alles was wir wollen ist nun moeglich und nichts draengt mehr, nie mehr, wenn wir die Sterne lieben. Wir sind im Paradies angekommen. Die Sterne erwarten uns irgendwann, sie haben ebenso viel Zeit wie wir.

Quellen und Anmerkungen

[1] Koennte die oekologische Landwirtschaft die Welt ernaehren? https://monstermaschine.wordpress.com/2012/05/08/wieviele-menschen-koennte-die-oekologische-landwirtschaft-ernaehren/

[2] Flaechenverteilung der Erde https://monstermaschine.wordpress.com/2012/05/07/flaechenverteilung-der-erde/

[3] Geopolismodell der Weltbevoelkerung https://monstermaschine.wordpress.com/2012/05/08/geopolis-modell-der-weltbevoelkerung/

[4] Der Viertakt Thermonuklear-Motor https://monstermaschine.wordpress.com/2012/06/11/the-four-stroke-thermonuclear-motor/

[5] 51 Pegasi b http://en.wikipedia.org/wiki/51_Pegasi_b

[6] Zunahme der Entdeckungen extrasolarer Planeten und deren Entdeckungsmethoden http://en.wikipedia.org/wiki/Discoveries_of_extrasolar_planets

[7] Gliese 581 d: http://en.wikipedia.org/wiki/Gliese_581_d , HD 85512 b: http://en.wikipedia.org/wiki/HD_85512_b

[8] Die Grenzen des Wachstums http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Grenzen_des_Wachstums

[9] Freeman Dysons Interstellarer Standardantrieb von 1968 http://galileo.phys.virginia.edu/classes/109.jvn.spring00/nuc_rocket/Dyson.pdf

[10] Methoden zur Ueberwindung Stellarer Distanzen https://monstermaschine.wordpress.com/2012/06/08/methoden-zur-ueberwindung-stellarer-distanzen/

[11] Orion Projekt http://de.wikipedia.org/wiki/Orion-Projekt

[12] BBC Fernsehfilm zum Orion-Projekt http://www.youtube.com/watch?v=v4k_YZAXSEI&feature=related

[13] Die schoenste Untermalung fuer dieses Bild ist der Begriff „Die Uhr der Welt steht auf 5 vor 12“. Da ist sie seit Jahrzehnten stehengeblieben, offensichtlich, sonst gaebe es uns schon lange nicht mehr. Mit 12 Uhr war fruher immer der Weltuntergang gemeint. Der Begriff ist natuerlich Unsinn, aber ich mag ihn, weil er meine Ansicht schoen visualisiert. Oder denken sie an den Film „Goldfinger“, wo die Atombombe am Ende genau bei „007“ stoppt, und alles ist gut. Unser Countdown, wenn es ihn jemals gab, ist wahrscheinlich am 1. November 1952 stehengeblieben.

[14] Ein Vertrauen in einen allwissenden Schoepfergott waere hier ebenso moeglich wie ein Vertrauen in Natur und Kosmos. Aber auch das Vertrauen in einen Einfluss nehmenden Gott waere moeglich, zumindest solange er keine Blutopfer wie eine Zwangsbekehrung Unglaeubiger verlangt.

[15] Alle Modelle der Erderwaermung haben versagt: http://www.spiegel.de/spiegel/a-661308.html

[16] Die Klimageschichte der Erde: http://de.wikipedia.org/wiki/Klimageschichte

[17] Der Anbau von Gewaechshausgemuese: http://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&ved=0CF4QFjAA&url=http%3A%2F%2Fwww.smul.sachsen.de%2Flfl%2Fpublikationen%2Fdownload%2F796_1.pdf&ei=dOMHUJO0OcvesgbB693KAw&usg=AFQjCNHOhBIOHSJSKeMJLuYHsy6YgeXNUA&sig2=1OeYY_HzSG7UCQS5TY2FFg

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Blogger, Diplom-Ingenieur, TU, Raumfahrttechnik, Embedded Systems, Mitglied VDI, DGLR

Eine Antwort zu “Eine kurze Bilanz unserer Epoche

  1. Die aktuellen Ereignisse haben meinen Text eingeholt. Schon wieder ein Massenmoerder. Diesmal in den USA, diesmal erschiesst er Unschuldige in einem Kino bei der Premiere zu einem duesteren Endzeit-Spektakel. Er ist weder ein politischer Radikaler noch ein religioeser Extremist, wie es scheint. Ich habe in meinem Text ausser den politisch und religioesen Radikalen noch die verzweifelten Amoklaeufer vergessen, die keine bessere Loesung, sondern gar keine Loesung mehr sehen. Im Grunde gibt es aber keinen Unterschied zwischen diesen drei Arten von Verzweifelten, ob sie nun Idealisten sind oder Zyniker. Sie haben alle das gleiche Problem: ihre Welt ist kaputt. Daher sind die Uebergaenge auch fliessend, wie man gut am Fall Breivik in Norwegen erkennen konnte: er war religioeus, politisch und aus Lebensverzweiflung motiviert.

    Wir machen diese Menschen. Es ist die Angst vor der Welt, die wir schueren, indem wir uns an schlimmen Weltproblemen ergoetzen, oder diese Weltprobleme nutzen, um andere gefuegig zu machen. Rainer Werner Fassbinder nannte die aus der Lebensangst resultierende Gewalttaetigkeit schlicht und passend: „Angst essen Seele auf“. Nur, diese Verbreitung von Angst wendet sich nun unkontrolliert gegen uns. Angst ist das dummste und denkbar schlechteste Mittel der Manipulation der Massen.

    Diese Attentaeter und vorher ganz normale Menschen leben wie viele Andere in der absoluten Gewissheit, die Probleme der Welt, wie die Oeffentlichkeit sie definiert und diskutiert, wuerden so
    1.) unzweifelhaft existieren, sie waeren absolute Realitaet, schliesslich haben sich millionen Menschen darauf geeinigt
    2.) die Menschheit waere offensichtlich nicht in der Lage, die Probleme der Welt zu loesen, damit waere alles verloren und wir lebten in einer Endzeit.

    [zu Punkt 2 noch eine Anmerkung: es ist eine typische Eigenschaft von Scheinproblemen, das die Situation sich nicht mit der Zeit grundlegend verbessert. Daran kann man Scheinprobleme auch ohne die Mittel der Mathematik recht gut erkennen]

    Eine Moeglichkeit, wie sich diese Menschen fuer ihre „Aktion“ unauffaellig seelisch abhaerten und ausbilden, habe ich in meinem Text „Das Problem der Nahkampfsimulatoren“ eroertert. In einer Welt, die anscheinend offensichtlich das eigene Leben bedroht, muss man wieder lernen, sich zu verteidigen, muss man zu den Waffen greifen, glaubt man. Dies ist ein Urinstinkt. Nur: das Leben an sich und das ureigene noch weniger wird nicht durch von Menschen definierte Weltprobleme bedroht und wurde auch nie von diesen bedroht. Das ist der entscheidende Punkt, den wir uns klar machen muessen.

    So lange wir diesen Urinstinkt der Selbstverteidigung mit toedlichen Problemen, die wir an jeder Ecke aufkommen sehen, schueren, solange wir von angeblichen gefaehrlichen Menschheitsproblemen reden, wobei es sich entweder um erdgeschichtliche Prozesse handelt, auf die wir keinen Einfluss haben, und die alles andere mit uns vorhaben, als uns zu vernichten, oder um ehemalige Probleme, die unsere Vorvaeter im Prinzip geloest haben, oder um selbst erfundene, rein phantastische Problemgebilde, aus gewissen Philosophien und Weltsichten heraus, so lange wird die Anzahl der religioesen, politischen und verzweifelten Attentaeter und Massenmoerder weiter ansteigen. Und die Geschwindigkeit des Anstiegs wird zunehmen, weil durch die Berichterstattung die angebliche schlimme Lage noch weiter zunimmt.

    Ich will damit nicht sagen, die Berichterstattung haette Schuld, das ist Unsinn. Es sind die Vaeter und Muetter der definierten Weltprobleme, die dies zu verantworten haben. Aber auch ihre geistigen Kinder und Enkel, auch ich und Du, wenn wir gedankenlos erklaerten Schrecken verbreiten, wo eigentlich natuerliche Harmonie und Perfektion sind.

    Den Menschen erscheint damit ihr Leben immer hektischer und immer verzweifelter. Ich will meine Argumentation einmal extrem formulieren: Machen Sie sich bewusst, wenn Sie wirklich an die Verzweiflung glauben, wenn sie glauben, dass es in der Welt anscheinend Probleme gibt, die ihnen in ihrer offensichtlichen Unloesbarkeit ueber den Kopf wachsen, und Sie ihren Lebensmut und Optimismus daran verlieren, koennte schon das naechste schlimme Ereignis dazu fuehren, dass Sie der Naechste sind. Denken Sie darueber nach. Je nachdem welche Stellung sie in ihrer Gesellschaft haben oder noch erlangen, kann die Reaktion vom verwirrten Messer-Attentaeter, der sich auf einen erklaerten „Feind“ stuerzt, bis zum seine Geheimdienste aussendenden Despoten, der ein Land brutal unterjocht, reichen. Die Attentaeter sind dann erstaunlicherweise darauf stolz je mehr sie „bewirken“, nein sie erhoehen sogar ihren Einflussbereich in ihrer Phantasie. Auch dies konnte man sehr schoen bei Breivik beobachten. Trotzdem ist es eine normale, natuerliche Angstreaktion. Wir beobachten aehnliche Wut- und Stressreaktionen bei anderen Spezies, auch dort sind die Auswirkungen dann am schlimmsten, wenn die krankhafte Angstreaktion das Alphatier betrifft.

    Nur die Ausgangssituation, die zu dieser natuerlichen Angstreaktion fuehrt, hat niemals existiert! Das ist der entscheidende Punkt. Die Welt ist in keiner verzweifelten Lage und war sie auch nie. Das kleine Menschlein ist mit seiner begrenzten Macht der letzte, der dazu beitragen koennte. Die Angstreaktion der Menschen erst bringt die Verzweiflung in die Welt.

    Das Ganze Leid ist ein ganz gewoehnlicher sich selbst verstaerkender dynamischer rueckgekoppelter Prozess.
    Wir muessen jetzt anfangen zu daempfen!
    Wir duerfen nicht weiter die Angst verstaerken!
    Wir werden sonst die Welt Kraft unserer Phantasie zu einer Hoelle auf Erden machen, obwohl wir genausogut im Paradies leben koennten, wenn wir nur einmal das Leid vergessen und die Augen fuer die statistische Realitaet oeffnen wuerden.

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