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32.000 Jahre alte Pflanze erblueht wieder

Eine neue Theorie ueber das Leben auf der Erde

Silene stenophylla

Russische Wissenschaftler haben in Sibirien eine Entdeckung gemacht, die zur Zeit ausser bei den Fachexperten vor allem das Interesse derer weckt, die inspiriert durch Science-Fiction-Filme auf eine Widerauferstehung der Mammuts oder anderer Urtiere hoffen. Ich moechte in diesem Artikel auf eine moegliche zusaetzliche wissenschaftliche Konsequenz in Form einer beweisbaren Theorie hinweisen, und glaube, dass diese Theorie bedeutender ist als alle Hoffnungen auf das eventuelle Auftauchen von lebenden Mammuts oder Saebelzahntigern in den Zoos der Welt.

Zeichnung eines Mammut, aus [17]

In der Tundra des nordoestlichen Sibiriens am Flussufer des Kolyma Flusses haben Ausgrabungen in 38 Metern Tiefe im Permafrostboden uralte Voratshoehlen einer sibirischen Eichhoernchenart zum Vorschein gebracht. Einige der Kammern enthalten mehr als 600.000 Fruechte und Samen. Die meisten aehneln den Samen des heutigen Duennblaettrigen Leimkrauts (Silene stenophylla).

Ein Forscherteam von der Russischen Akademie der Wissenschaften, Forschungszentrum Pushchino, Naehe Moskau, geleitet von Svetlana Yashina und David Gilichinsky hat diese Samen und Fruechte untersucht und auf 31.800+/-300 Jahre datiert. Sie nutzten dazu die Radiokarbonmethode, wonach der konstante Zerfall des radioaktiven Kohlenstoffisotops C-14 als Grundlage einer Altersbestimmung bei Lebewesen genommen werden kann. Solange ein Lebewesen einen Stoffkreislauf unterhaelt, bleibt der Anteil an C-14 im Organismus ungefaehr gleich, weil es staendig neugebildetes C-14 aus der Athmosphaere aufnimmt. Stirbt das Lebewesen, oder ist es eingefroren, nimmt der C-14 Anteil mit dessen Halbwertszeit von ungefaehr 5730 Jahren ab.

Die Forscher versuchten erst, die Leimkrautsamen der Art Silene stenophylla zum Keimen zu bringen, was ihnen nicht gelang. Dann entnahmen sie Zellen aus der Plazenta der gefundenen Fruechte. Eine Abbildung der Fruechte findet sich in [10]. Die Forscher tauten die Zellen auf und liessen sie in Kulturen erfolgreich zu ganzen Pflanzen heranwachsen. Die Plazenta einer Frucht ist das Organ, das die Samen produziert. Die Pflanzen wuchsen nicht nur heran, sie bluehten auch auf und sind damit in der Lage sich wieder zu reproduzieren.

Duennblaettriges Leimkraut (Silene stenophylla), aus [20]

Die russischen Wissenschaftler veroeffentlichten ihre Ergebnisse in der Zeitschrift PNAS (Proceedings of the National Academy of Sciences). Der Originalartikel ist unter [6] erhaeltlich. In der Fachwelt sind ihre Ergebnisse umstritten. Alastair Murdoch, ein Agrarwissenschaftler und Experte auf dem Gebiet des Saatgutes und dessen Fruchtbarkeit an der Universitaet Reading, England fordert weitere Tests und eine Bestaetigung der Radiocarbon-Untersuchungen. Er sagt: „Es ist weit jenseits aller unserer Erwartungen.“ und fuegt hinzu, wenn man z.B. Mohnsaat bei minus 7 Grad Celsius im Kuehlschrank aufbewahre, keimten nach 160 Jahren nur noch 2 Prozent der Saemlinge. Alles steht und faellt mit der Radiokarbonmethode, die als einzige das Alter der Proben wissenschaftlich sicher datieren kann, und von daher muss eine Bestaetigung der Messergebnisse von anderen Laboren noch abgewartet werden.

Trotzdem geben die russischen Wissenschaftler schon Erklaerungsversuche ab, warum das Leben in diesem Falle 32.000 Jahre ueberdauern konnte. Die Forscher nehmen an, das bestimmte Bedingungen zu der bemerkenswerten Langlebigkeit der Leimkraut-Zellen fuehrten. Der wichtigste Aspekt ist der Permafrostboden. Die Voratshoehlen, in denen die Fruechte und Samen lagen, wurden in all der Zeit niemals waermer als -7° Celsius. Die Sibirischen Eichhoernchen graben ihre Vorratskammern immer in der Naehe von Permafrostboeden, damit die Fruechte wie in einem Kuehlschrank waehrend des arktischen Sommers frisch bleiben. So waren die Fruechte von Anfang an gut aufbewahrt. Die Plazenta der Fruechte hat ausserdem eine hohe Konzentration von Sacherose und Phenol, die wiederum sehr gute Antifrostmittel darstellen. Ausserdem vermassen die Russischen Forscher die Boden-Radioaktivitaet der Fundstelle, und stellten fest, das der Grad an Gammastrahlung dort ueber einen Zeitraum von 30.000 Jahren zusammen ungefaehr 0.07 kGy (Kilo Gray) entsprach. Gray ist ein Mass fuer die Gammastrahlen-Akkumulation, die gesamte absorbierte Strahlung pro einem Kilogramm lebender Materie. Diese Strahlenbelastung entsprach z.B. ungefaehr der Strahlenbelastung der ein 1300 Jahre alter Lotuspflanzen-Samen ausgesetzt war, der 1996 erfolgreich zum Keimen und Wachsen gebracht wurde [14]. Es ist somit auch die maximale bekannte Dosis, bei der lebende Zellen und Saatgut noch keim- und wuchsfaehig bleiben. Die in der DNS gespeicherte Erbinformation ist gegenueber Strahlung sehr empfindlich.

Sollten sich die Veroeffentlichungen in Zukunft bewahrheiten, dann waere es bewiesenermassen moeglich, durch die Untersuchung von Permafrost-Boeden alte Lebensformen, die laengst ausgestorben sind, wieder zum Leben zu erwecken und am lebenden Objekt zu erforschen. Längst als verschwunden geglaubtes Leben koennte sich im Permafrostboden in einer Stasis befinden. Es ist sogar vorstellbar, dass die Natur so bestimmte Spezies ueber Jahrtausende aufbewahrt, um sie irgendwann wieder freizusetzen. Erstaunliche 20% der Landflaechen der Erde bestehen uebrigends aus Permasfrostboeden.

Eine Nachrichtensendung, die im amerikanischen TV ausgestrahlt wurde, kann man unter [7] ansehen. Videomaterial von den russischen Forschern und ihrem Labor befindet sich in [11]

Phoenix

Bevor ich zu den weiteren Konsequenzen dieser Entdeckung komme, moechte ich noch zeigen, dass sie vielleicht bis auf den unglaublichen Rekordzeitraum von rund 32.000 Jahren, gar nicht so unwahrscheinlich ist. Denn schon vorher hat man uraltes Saatgut zum Keimen und Wachsen gebracht, jedoch lag der bisherige Rekord bei rund 2000 Jahren, also einem sechzehntel der Zeitspanne.

Die Pflanze war eine uralte Dattelpalmenart (Phoenix), die von den Kreuzrittern im Mittelalter unabsichtlich ausgerottet worden war. Sie hat sogar einen Spitznamen „Methuselah“, den ihr ihre Entdeckerin die Israelische Wissenschaftlerin Dr. Elaine Soloway gab. Die Pflanze stammt aus der Festung Masada. In dieser Festung hatten sich die Juden zur Zeit der grossen Revolte gegen die Roemischen Besatzer 66-73 nach Christus als letzte Zufluchtsstaette zurueckgezogen. Die Samen stammten von Datteln, die zur Nahrungsversorgung dienten [9]. Die Radiokarbon Altersbestimmung von einem Labor in der Schweiz bestaetigte ein Alter von 1990 Jahren plus/minus 50 Jahren [12].

Dattelpalme (Phoenix Canariensis), aus [18]

Die Samen wurden 1963 bei Ausgrabungen in der Feste Masala gefunden. Um 2005 erhielt Dr. Soloway, eine 54 jaehrige gebuertige Kalifornierin, die seit mehr als 30 Jahren im Kibbutz Ketura in der Arava-Senke in der suedlichen Negev-Wueste in Israel lebt, von einer befreundeten Wissenschaftlerin drei dieser Samen. Dr. Soloway lehrt Landwirtschaft und regenerative Anbaumethoden am Arava Institut fuer Umweltstudien. Sie liess die Samen erst in heissem Wasser aufweichen, um sie wasserdurchlaessig zu machen, dann in einer schwachen Saeure mit Hormonen, danach in einem enzymatischen Duenger aus Algen und anderen Naehrstoffen. Danach pflanzte sie sie ein und nach ungefaehr sechs Wochen keimte einer der drei Samen. Die ersten Keimblaetter sahen sehr ungesund aus, wie sie sagt, aber schon das dritte sah nach Dattelpalmen-Keimlingen aus, und danach wuchs die Pflanze an und wurde schnell kraeftiger. Dies war eine wissenschaftliche Sensation, denn wie Dr. Soloway sagt „Pflanzen aus uralter Saat knicken normalerweise nach kurzer Zeit ab und sterben“, weil sie die meisten ihrer Naehrstoffe fuer ihre Lebenserhaltung ueber die Zeit verbraucht haben und ihnen nun keine Kraft zum anwachsen mehr bleibt [2].

Zwei Jahre war die Pflanze in Isolation, um sie vor modernen Pflanzenkrankheiten zu schuetzen; vielleicht auch um moderne Dattelpalmen – ein Wirtschaftsfaktor – vor antiken Palmkrankheiten zu schuetzen. Im November 2011 wurde die Palme, die inzwischen eine Groesse von 2,50 m erreicht hatte, vom Topf in die Erde umgepflanzt.

Nelumbo nucifera

Vor „Methuselah“ war der bisherige Rekordhalter eine Lotuspflanze (Nelumbo nucifera) aus 1300 Jahre alten Samen, 1995 von Jane Shen-Miller und Kollegen von der Universitaet von Kalifornien, Los Angeles, zum Keimen gebracht [14]. Eine Uebersicht ueber die aeltesten bekannten wiedererkeimten Saaten findet sich in [1].

Lotusbluete, aus [19]

Fruchtstand des Lotus, aus [19]

Praktische Konsequenzen

Es ist also wissenschaftlich erwiesen, das bis zu 2000 Jahre altes getrocknetes Saatgut wieder erkeimen und zu einer stattlichen Pflanze heranwachsen kann. Sollten sich die Radiokarbon-Messungen der russischen Forscher bestaetigen, wuerde damit erwiesen sein, dass gefrorenes Pflanzenmaterial bis zu 32.000 Jahren lebend ueberdauern kann. Ein Vergleich der Messergebnisse der Strahlendosis von Saatgut des sibirischen Leimkrauts mit anderen Faellen alten wieder erkeimten Saatguts scheint zu belegen, dass weniger die Zeit an sich als die Strahlenbelastung waehrend der gesamten Lagerzeit ueber die Keimfaehigkeit des Saatgutes entscheidet, eine trockene und kuehle Lagerung vorausgesetzt. Welche Konsequenzen lassen sich daraus ableiten?

Erst einmal koennten die vielen von populaeren futuristischen Gedanken ueber wiedererweckte Urzeittiere in Vergnuegungsparks und Zoos beieinflussten Kinogaenger eine neue Hoffnung bekommen, dass sich ihr Traum eines Tages vielleicht sogar erfuellen mag, zumindest Tiere aus der Eiszeit lebend beobachten zu koennen. Warum Tiere, es ging doch die ganze Zeit um Pflanzen? Ja, aber zellular sind Tiere nicht komplexer als Pflanzen und daher gelten die Annahmen im Prinzip auch fuer Eizellen, Stammzellen, Eier oder Koerperzellen von Tieren. Diese wiedererweckten Tiere waeren dann sozusagen gleich die ersten kommerziellen Anwendungen jener neuen angewandten Wissenschaft vom Leben aus dem Permafrost, zumindest wuerden sie den Gemeinden, die ein solches Tier in ihrem Zoo ausstellen koennten, eine ungeheure Touristenschar bescheren.

Ausserdem koennte es fuer die Palaeobotaniker und -zoologen moeglich werden, Pflanzen- und Tierarten aus dem Permafrost zu reanimieren und lebend zu untersuchen, anstatt auf Ueberreste und Spuren angewiesen zu sein. Alle Methoden der modernen Biotechnologie und Gentechnik wuerden hierbei natuerlich sehr hilfreich sein, um die Wahrscheinlichkeit eines Erfolges zu erhoehen.

Eiszeiten und Warmzeiten der Erdgeschichte, aus [16]

Oekologische Konsequenzen

Eine wesentlich umfangreichere Folgerung jedoch waere, dass es vielleicht sogar von der Natur so eingerichtet wurde, Organismen ueber laengere Zeitraeume aufzubewahren und einen Neuansatz sozusagen in Petto zu halten, bevor einst erfolgreiche Spezies vollkommen aufgegeben werden. Die Erde geht nun schon seit Millionen von Jahren zyklisch durch Warmzeiten- und Eiszeiten. Vielleicht hat sich die Natur laengst darauf eingestellt und entwickelt nicht immer wieder alle an die Eiszeit angepassten Spezies komplett von Neuem. Vielleicht ist sie in der Lage einen Teil dieser Spezies im Permafrostboden aufzubewahren und bei Bedarf wieder hervorzuholen. Diese Bedarfsanforderungen darf man sich natuerlich nicht wie ein Antragsformular vorstellen, es wird wie immer in der Natur einfach herumprobiert. Wenn irgendwo Permafrostboden auftaut, werden fast alle darin aufbewahrten Spezies wahrscheinlich einfach verfaulen, ein paar werden keimen oder schluepfen und wachsen, die meisten oder – wenn die Zeit einfach noch nicht reif war – auch alle wieder absterben, bevor sie sich reproduzieren koennen. Sind die Bedingungen jedoch schon gut genug, koennen sich Teilmengen dieser wieder aufgetauten Spezies vielleicht sogar reproduzieren und ein neue Generation waechst heran. Man koennte daraus sogar rein logisch herleiten, dass es fuer die Vielfalt der Arten am optimalsten Waere, wenn vor einer laengeren Eiszeit, eine kurze Warmzeit kaeme, in der der Permafrostboden auftaut. Vielleicht liegt die Bedeutung der Permafrostboeden gerade darin, dass sie die Eiszeit durch die Warmzeit hindurch als Lagerstaette fortsetzen?

Eiszeiten und Warmzeiten in den letzten 400.000 Jahren, aus [15]

Wer jetzt dagegen halten mag, dass die entdeckten Organismen nur durch die Mithilfe des Menschen wieder zum Keimen gebracht werden konnten, dem gebe ich recht. Jedoch handelt es sich hier um die ersten ihrer Art. Warten wir mal ab. Sobald man die ersten Organismen entdeckt, die von selbst, nur durch auftauen, wieder vital werden, ist der Beweis der „Zeitmaschine Permafrostboden“ von selbst erbracht. Ich rechne damit, denn geringe Einzelwahrscheinlichkeit wird mit grossen Zahlen kompensiert.

Bild des Kometen Wild 2, aus [21]

Konsequenz fuer das Leben auf der Erde

Die groesste und umfangreichste Folgerung liegt aber in der folgenden Theorie:

  1. Wenn es moeglich ist das hoehere lebende Organismen wie Silene stenophylla 32.000 Jahre ueberleben, weil ihre gesamte radioaktive Boden-Strahlenbelastung in dieser Zeit einen bestimmten Wert nicht ueberstieg und sie kalt und trocken aufbewahrt wurden, warum sollte es dann in anderen Boeden nicht auch noch laenger moeglich sein?
  2. Wenn ein Einschluss in Kaelte und Trockenheit guenstig ist und hohe Konzentrationen von zellularen Antifrostsubstanzen sich ebenfalls guenstig auswirken, warum sollte dann eine Umgebung, die gefriertrocknend und wasserreduzierend wirkt, also ein kaltes Hochvakuum nicht noch besser sein?
  3. Angenommen man koennte eine Eiskugel von mindestens 3 Metern Durchmesser herstellen und in den Weltraum bringen und in ihrem Kern befaenden sich Samen oder Eier. Muessten diese, fernab von radioaktiven Erzen und von radioaktivem Radongas aus dem Boden, nun im Hochvakuum des Weltraums nicht optimal verpackt sein? Radongas, ein Zerfallsprodukt des Radiums, ist die groesste natuerliche Strahlungsquelle auf der Erde [24]. Warum mindestens 3 Meter Durchmesser? Weil dann die starke kosmische Strahlung im Weltraum selbst fernab der Sonne und ihrem schuetzenden Magnetfeld gering genug waere. Bei noch groesseren Eiskugeln waere die Strahlenbelastung bei jeder Vergroesserung des Radius um 14cm jeweils nur noch halb, ein viertel, ein achtel, usw. so gross wie auf der Erdoberflaeche. Man spricht von der Halbwertsschicht des Wassers (und des Wassereises) und diese betraegt 14 cm. Diese kosmischen Eiskugeln, deren Inneres sehr kalt, sehr trocken und strahlungsarm ist, gibt es in der Natur schon sehr, sehr lange und wir nennen sie Kometen.
  4. Annahme. Es existiert ein Mechanismus, der Permafrostboden eines Planeten herausreissen und genuegend beschleunigen kann, dass er das Schwerefeld seines Planeten verlaesst. Durch weitere Planetenvorbeifluege kann dieser Eisbrocken ebenfalls auf natuerlichem Wege auf stellare Fluchtgeschwindigkeit gebracht werden.
  5. Annahme. Ein weiterer Mechanismus laesst diese Kometen beim Auftreffen auf einen belebten Himmelkoerper nicht komplett vergluehen oder verdampfen und innere Fragmente bleiben erhalten.
  6. Ich nehme aufgrund der vorigen Punkte 1. bis 5. nun logischerweise an, lebende Organismen in Form von Samen, Sporen, Eiern (sowie eventuellen unbekannten Transportmechanismen) werden von einem Teil dieser Kometen zwischen den Sternsystemen und Oekosphaeren ihrer Planeten regelmaessig ausgetauscht. Ich behaupte: Interstellare Raumfahrt ist so alt wie das Leben selbst. Sie ist ein natuerlicher, rueckgekoppelter Prozess zum Austausch von Lebensformen zwischen den Biosphaeren.
  7. Daher nehme ich logischerweise ebenfalls an, dass bestimmte Teile des Pflanzen- und Tierreiches der Erde sich urspruenglich nicht auf der Erde sondern auf benachbarten extrasolaren Planeten entwickelt und hier nur weiterentwickelt haben. Wir leben jetzt und hier auf unserer Erde seit Ewigkeiten mit vielen verschiedenen ausserirdischen Lebensformen verschiedener (niedrigerer) Entwicklungsstufen, von mehreren untereinander bis zu 100 Lichtjahren entfernten extrasolaren Planeten stammend, in friedlicher Koexistenz oder Symbiose zusammen. Wir sind uns dessen nur nicht bewusst, weil wir es ja gar nicht anders kennen und bisher keine Vergleichsmoeglichkeiten haben.

Meine Theorie steht und faellt mit dem Punkten 4. und 5., meinen beiden Annahmen. Ich gehe jetzt noch einmal alle Punkte durch, und wie sie bewiesen werden koennen.

Zu Punkt 1.: Dies kann nur die Zeit mit neuen Funden zeigen. Ich gehe fest davon aus, das noch wesentlich aeltere Funde eingefrorenen Lebens im Permafrostboden zum Keimen gebracht werden.

Zu Punkt 2.: Dies laesst sich experimentell ueber vergleichende Langzeitexperimente empirisch nachweisen.

Zu Punkt 3.: Ein Weltraumexperiment waere denkbar. Man muesste auch keine schweren Eiskugeln mit in den Weltraum schleppen, da gerade jetzt das erste strahlenschuetzende Leichtbaumaterial (auf Bornitridbasis) entdeckt wurde, siehe [22]

Zu Punkt 4.: Er laesst sich theoretisch, physikalisch in Computersimulationen kostenguenstig untersuchen. Wuerde man eine (sehr kostspielige) Tiefbohrung in einem natuerlichen Kometen mit positivem Ausgang, also z.B. mit der Entdeckung eines Pflanzensamens, durchfuehren, waeren die Punkte 1. bis 4. implizit bewiesen.

Zu Punkt 5:. Kann durch Computersimulationen theoretisch, physikalisch  kostenguenstig untersucht werden. Es ist aber auch ein Weltraumexperiment mit einem Test-Wiedereintritt eines kuenstlichen Kometen in der Erdathmosphaere denkbar. Da das Ziel des Experiments waere, zu zeigen, dass Kometeninneres trotz typischer hoher Eintrittsgeschwindigkeiten den Erdboden unbeschadet erreichen kann, waere dieses Experiment aufgrund seiner Groesse und der auftretenden kinetischen Energien sehr teuer und auch sehr gefaehrlich.

Die Bestaetigungen der Punkte 6. und 7. ergeben sich dann durch rein induktive Logik. Natuerlich wuerden sich alle Punkte 1. bis 7. von selbst erklaeren, wenn in den naechsten Jahrhunderten ein Komet die Erde traeffe, Teile des inneren den Erdboden erreichten und ihre Samen, Sporen, Eier oder sonstige Transportmechanismen offenbarten. Und hoffentlich waere dieser Komet noch klein genug, dass die menschliche Zivilisation den Aufschlag ohne grossen Schaden ueberstehen wuerde, damit der laufende Wissenschaftsbetrieb sofort nach dem Aufschlag mit den Untersuchungen beginnen koennte. Wahrscheinlich bin ich als der Begruender dieser Theorie der erste Mensch auf der Welt ohne fatalistische Grundeinstellung – im Gegenteil ein ueberzeugter Humanist – der hoffnungsvoll auf den naechsten grossen Kometenaufschlag (moeglichst ohne Todesopfer natuerlich) wartet. Sicher ist nur, er wird irgendwann kommen. Ob im naechsten Monat oder in einhunderttausend Jahren, das weiss leider niemand.

Der letzte grosse Kometenaufschlag ist wahrscheinlich noch gar nicht so lange her, das war am 30. Juni 1908 ueber der Tunguska Region in Sibirien [23]. Der Aufschlag erzeugte die 1250 fache Sprengkraft der Hiroshima-Bombe oder gut die dreifache Sprengkraft der groessten je gebauten Wasserstoffbombe. Zum Glueck war die Region unbesiedelt. Leider existierte eine Theorie des Transports hoeherer Lebensformen durch Kometen noch nicht und es gab weder Luftueberwachungsradars noch Suchhubschrauber oder -flugzeuge. Kein Wissenschaftler durchsuchte das Gebiet sofort nach dem Aufschlag nach Kometenfragmenten. Erst 1927, ganze 19 Jahre nach der Explosion, erreichte die erste Expedition das Gebiet und fotografierte die Millionen umgefallener Baeume. Die verstreuten Kometentruemmer, wenn es welche gab, schmolzen ein paar Monate nach dem Aufschlag und gaben ihren Inhalt, wenn sie denn einen Inhalt hatten, unbemerkt frei. Wie schon zehntausendfach zuvor in der Vergangenheit, nehme ich an. Die Biosphaere Erde absorbierte und assimilierte das eventuelle neue biologische Material. Trotzdem wuerde sich eine heutige Felduntersuchung im Tunguska-Gebiet nach unbekannten Arten und abweichender DNA lohnen. Auch 104 Jahre nach der Explosion haette eine solche Expedition sicherlich eine kleine Chance zumindest auf einen Teilerfolg.

Die Fragen nach dem Warum, Wozu und Wie, unter anderem wie eine Theorie des Transports hoeherer Lebensformen durch Kometen die bisherigen Luecken bei den Kometentheorien, bei der Entstehung des Lebens auf der Erde, und bei den Geo-Oekologischen Modellen schliesst, werde ich in folgenden Veroeffentlichungen nach und nach abarbeiten. Eine Aufzaehlung kosmischer Einfluesse auf die Biosphaer Erde, wo die Kometen nur eine – wenn auch bedeutende – Untermenge darstellen, befindet sich in meinem frueheren Artikel Interaktion von Biosphaere und Kosmos [25].

Lieber Leser, was denken Sie? Schreiben Sie mir doch Ihre Meinung zu meiner Theorie.

Quellen:

[1] http://en.wikipedia.org/wiki/Oldest_viable_seed

[2] http://www.nytimes.com/2005/06/12/international/middleeast/12palm.html

[3] http://www.haaretz.com/print-edition/news/2-000-year-old-date-seed-grows-in-the-arava-1.213054

[4] http://www.smartplanet.com/blog/science-scope/plants-generated-from-32000-year-old-fruit/12180

[5] http://www.nytimes.com/2012/02/21/science/new-life-from-an-arctic-flower-that-died-32000-years-ago.html

[6] http://www.pnas.org/content/early/2012/02/17/1118386109.abstract

[7] http://www.youtube.com/watch?v=x9uYP3FgX0M

[8] http://news.nationalgeographic.com/news/2012/02/120221-oldest-seeds-regenerated-plants-science/

[9] http://news.nationalgeographic.com/news/2008/06/080612-oldest-tree.html

[10] http://www.ibtimes.com/articles/304299/20120224/30000-year-old-fruit-grown-frozen-siberian.htm#page0

[11] http://www.youtube.com/watch?v=csiUOa815fk

[12] http://uk.reuters.com/article/2008/06/12/us-israel-seeds-idUKL1231579120080612

[13] http://www.bloomberg.com/news/2012-02-20/32-000-year-old-plant-reborn-from-ancient-fruit-found-in-siberian-ice.html

[14] http://www.amjbot.org/content/89/2/236.abstract

[15] http://en.wikipedia.org/wiki/Ice_age

[16] http://de.wikipedia.org/wiki/Klimageschichte

[17] http://de.wikipedia.org/wiki/Mammuts

[18] http://de.wikipedia.org/wiki/Dattelpalmen

[19] http://en.wikipedia.org/wiki/Nelumbo_nucifera

[20] http://en.wikipedia.org/wiki/Silene_stenophylla

[21] http://de.wikipedia.org/wiki/Komet

[22] http://www.planetary.org/multimedia/planetary-radio/show/2012/495.html

[23] http://de.wikipedia.org/wiki/Tunguska-Ereignis

[24] http://de.wikipedia.org/wiki/Radon

[25] https://monstermaschine.wordpress.com/2012/04/23/5/

Über monstermaschine

Blogger, Diplom-Ingenieur, TU, Raumfahrttechnik, Embedded Systems, Mitglied VDI, DGLR

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