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Vorgeschichtliche Globalisierung

Berlin, 26. April 12

Ob es wohl vor mehr als 6000 Jahren, noch vor Aegypten, Mesopotamien und Israel – die Juden leben heute im Jahr 5772 – einen praehistorischen seefahrenden Stadtstaat gab, der keine Strassen sondern Kanaele kannte – so wie heute die Venizianer – und der Handelsschiffe in alle Ecken der Welt sandte?

Das Pictogramm habe ich mal vor laengerer Zeit in einem esoterischen Buch zum dem Thema gesehen. Es stellt die Hafeneinfahrt und die drei konzentrischen Wasserstrassen des Stadtstaates dar. An diesen Wasserstrassen sollen die Kais, Lagerhaeuser, Werften und Kontore dieser Seefahrernation aber auch ihre Privathaeuser und oeffentlichen Gebaeude gelegen haben, weil sie noch keinen Strassenbau kannten. Die Stadt soll fuer damalige Verhaeltnisse riesig und sehr wohlhabend gewesen sein.

Frueher hat man gesagt, eine Seeschiffahrt waere ohne moderne Navigation nur im Kuestenbereich moeglich gewesen. Heute weiss man, dass die Pazifik-Bewohner bis vor 150 Jahren (danach wurde ihnen die Seeschiffahrt durch Kolonisatoren verboten) seit Jahrtausenden auf der hohen See monatelang mit den Sternen, der Sonne, den Planeten, dem Mond, den Wellenformen, der Stroemungsrichtung, der Meeresfarbe, den Seevoegeln, dem Treibgut, dem Wind, den Regentropfenformen und den Wolkenformen- und Farben navigieren konnten und damit praezise jede kleine Insel ueberall im Pazifik – dem groessten aller Weltmeere – erreichten. Die Navigation musste ueber Jahrzehnte erlernt werden, damit der Navigator in der Lage war aus allen vielen kleinen Informationen, die ihm die Natur bereitstellte, den richtigen Kurs zu erfuehlen. Dieses Wissen wird gerade durch die moderne Wissenschaft durch juengste Erkenntnisse aus der Systemtheorie (Stichwort Sensorfusion) wiederentdeckt. Chronometer, Sextant, Handlog, Zirkel und Karte der klassischen Seefahrt sind – so stellt sich gerade heraus – nur primitive Hilfsmittel fuer geschulte Navigatoren, im Verhaeltnis zur vorgeschichtlichen Seefahrt, wo praezise Navigation ein hochsensibles ueber jahrzehnte ausgebildetes Talent erforderte.

Auch hat man frueher geglaubt, erst in der Neuzeit haette es hochseetuechtige Schiffe gegeben und hat sogar versucht, zu beweisen, dass Fruehmenschen trotzdem mit primitiven Floessen mit den Meeresstroemungen wanderten (Stichworte Thor Heyerdal, Kon Tiki). Ein Irrglaube, wir wissen mittlerweile das die Vorgeschichte sehr wohl ueber hochseetuechtige schnelle Schiffe verfuegte. Einige dieser Schiffstypen kann man hier in Berlin im Ethnologischen Museum bewundern. Teilweise waren diese Schiffe fast so schnell wie unsere modernen Rennyachten. Die Schiffe waren nicht sehr gross, konnten aber den Stuermen und dem Seegang wiederstehen. Das hat man mittlerweile mit Versuchsfahrten mit Nachbauten nachgewiesen.

Also, ich fasse zusammen. Sowohl von der Navigation als auch vom Schiffbau her, waere es moeglich, dass Handels- und Kriegsschiffe vor mehr als 6000 Jahren die Kuesten der Kontinente der Erde gezielt, zuegig und wiederholbar ansteuerten.

Jetzt muesste ein moderner Heinrich Schliemann nur noch die Ueberreste dieses Stadtstaates ausgraben, der der Legende nach seine Schiffe ueberall hin in die Welt entsandte. Dies waere natuerlich nur moeglich, wenn der Gesang vom Untergang Atlantis‘, wie die Griechen diesen Stadtstaat nannten, durch eine Naturkatastophe falsch oder zumindest uebertrieben ist.

rs

Über monstermaschine

Blogger, Diplom-Ingenieur, TU, Raumfahrttechnik, Embedded Systems, Mitglied VDI, DGLR

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